8. Forum zur Vernetzung und Förderung von Frauen und Männern in der Kirche
Am Samstag, 27. Februar 2010, trafen sich an der Evang. Akademie Bad Boll rund 70 Frauen und Männer zum "8. Forum zur Vernetzung und Förderung von Frauen und Männern in der Kirche". In drei Workshops wurde dabei das Thema Gender Mainstreaming aufgegriffen.
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Gabriele Mayer vom EMS [Foto: Marten]
So berichtete Gabriele Mayer vom Evangelischen Missionswerk in Südwestdeutschland (EMS) davon, wie Gender Mainstreaming in ihrer Organisation gemeinsam mit den internationalen Partnern umgesetzt wurde. Dabei sei es nicht nur um die Frage des Verhältnisses zwischen Frauen und Männern gegangen, sondern auch um Themen wie das Nord-Süd-Gefälle, wirtschaftliche Unterschiede, verschiedene kirchliche Traditionen und vieles mehr. Eine Erfahrung dabei: "Die Frauenfrage steht nie isoliert im Raum. Sie ist immer in interkulturellen und ökumenischen Anliegen verhaftet". So sei die Sprache Englisch in Indonesien beispielsweise nicht weit verbreitet – und wenn Abgesandte der Partnergemeinden des EMS dann nach Deutschland kämen, hätten sie Nachteile, weil sie sich nicht verständigen könnten. Eine Konsequenz wäre deshalb, gezielt Englisch-Kurse anzubieten. Der Prozess, die Leitlinien für mehr Geschlechtergerechtigkeit im EMS einzuführen, habe auch die Sensibilität gegenüber anderen Lebenswirklichkeiten geschärft. Das trage dazu bei, mögliche Diskriminierungen zu identifizieren und zu vermeiden.
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Gerd Humbert von der Evang. Kirche in der Pfalz [Foto: Marten]
"Handlungsfelder – Gender und Gemeindeaufbau" war der Workshop des Gleichstellungsbeauftragten und Landesmännerpfarrers der Evang. Kirche der Pfalz, Gerd Humbert, überschrieben. Er berichtete davon, dass es nicht einfach sei, Gemeinden für eine an Männern und Frauen orientierte Gemeindeentwicklung zu erwärmen. Gleichwohl sei es wichtig, nicht nur für ältere, meist weibliche Gemeindeglieder und die Jugend Angebote im Programm zu haben, sondern auch für andere Gruppen, beispielsweise ältere Männer oder auch für Frauen und Männer, zwischen 30 und 50. Um Gemeinden dabei zu helfen, geschlechtergerechte Angebote zu machen, bietet die Evang. Kirche der Pfalz Materialien an: unter
www.aktion-doppelpunkt.de können Arbeitshilfen, Informationen und Anregungen heruntergeladen werden. Außerdem hat Humbert ein Programm entwickelt mit dem das Thema "Gender und Gemeindeaufbau" in 90 Minuten vorgestellt werden kann. Dabei geht es darum, Arbeitsfelder für Gemeinden auszumachen, mit denen sie gezielt Frauen und gezielt Männer fördern können. Seine Erfahrung: "Wenn Männer und Frauen in einem Team zusammen arbeiten, sind die Ergebnisse oft besser als bei Teams, die nur aus Frauen bzw. nur aus Männern bestehen."
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Birgit Erbe von der Frauenakademie München [Foto: Marten]
Birgit Erbe von der Frauenakademie in München erklärte in ihrem Workshop, wie sich Gender Budgeting auf die Haushalte auswirkt: "Alle Arbeitsfelder machen eine Bestandsaufnahme, identifizieren, welche Arbeitsfelder eher für Frauen und welche eher für Männer gedacht sind und wie viel Geld in die jeweiligen Bereiche fließt." Unter dem Aspekt der Geschlechtergerechtigkeit würden dann Handlungsfelder benannt, Ziele und Zielgruppen erarbeitet und daraus dann auch Maßnahmen abgeleitet. Es sei ein Irrtum zu glauben, Haushalte seien geschlechtsneutral. Deshalb müsse gefragt werden, wie sich einzelne Maßnahmen auf die jeweilige ökonomische Situation von Frauen und Männern auswirke. Dabei sei auch die Frage zu stellen, wie sich Maßnahmen auf unbezahlte Arbeit und soziale Beziehungen sowohl von Frauen als auch von Männern auswirken. Unter Geschlechtergerechtigkeit versteht sie die faktische Gleichberechtigung von Männern und Frauen durch Umverteilung. Die zentrale Fragen von Gender Budgeting seien: "Wer zieht einen direkten Nutzen aus den Ausgaben, wer verursacht Kosten?", "Wie verteilen sich die Haushaltsmittel zwischen den Geschlechtern – inklusive Personal?", "Welches sind die Ursachen für die geschletsspezifisch unterschiedliche Betroffenheit und Ressourcenverteilung?" und "Welche Daten und Informationen fehlen, um zu einer genauen Einschätzung zu kommen?"
01.03.2010
31. 07. - 03. 08 2010
im Salemer Pfleghof Esslingen
siehe auch unter http://www.frauen-efw.de/veranstaltungen/veranstaltungen-details.html?tx_desimplecalendar_pi1%5BshowUid%5D=177
Der Newsletter der Evangelischen Frauen in Württemberg erscheint zweimal jährlich.
Hier finden Sie die aktuelle Ausgabe vom Frühjahr 2010 als PDF.