Frauen als Rückgrat der Gesellschaft, Frauenpolitik als Knochenarbeit

04.01.10 | 13:43 | 

Von: Pressemitteilung Landesfrauenrat BW

Landesfrauenrat Baden-Württemberg:

die Bilanz des Jubiläumsjahres fällt gemischt aus

„Frauen werden besonders in sozialen Angelegenheiten gerne als Rückgrat der Gesellschaft bezeichnet. Wir leisten Knochenarbeit, um die Teilhabe von Frauen in allen Bereichen unserer Gesellschaft zu verwirklichen“ fasst die erste Vorsitzende des Landesfrauenrats (LFR), Angelika Klingel, die ehrenamtliche Arbeit des Landesfrauenrats des vergangenen Jahres zusammen, in dem auch sein vierzigjähriges Bestehen gefeiert wurde. Neben dem Jubiläumsempfang hatte der Landesfrauenrat Fachtage zu Migration und Integration sowie zu Frauengesundheit und HPV-Impfung veranstaltet. Außerdem standen für die Vorstandsmitglieder Themen wie Gender Budgeting, Einführung von gesetzlichen Mindestlöhnen, längeres gemeinsames Lernen, Frauen in Führungspositionen und Engagement gegen Zwangsprostitution auf der Agenda. In Form von Stellungnahmen zu Gesetzesvorhaben, Mitwirkung in Gremien, Anregung parlamentarischer Initiativen und einer Solidaritätsaktion mit den Frauen im Iran mischte der LFR im politischen Geschehen mit.

Der Dachverband der baden-württembergischen Frauenverbände vertritt mehr als 2 Millionen Frauen im Land und bündelt deren Interessen: „Wir kommen mit unseren inhaltlichen Forderungen nur weiter, wenn wir neue Verbündete gewinnen. Berührungsängste können wir uns nicht leisten. Unser Netzwerk muss belastbar sein,“ fordert Angelika Klingel. Die berufliche Qualifikation, das ehrenamtliche Engagement und die unbezahlte Arbeit von Frauen in Erziehung und Pflege werde zwar als unentbehrlich anerkannt und wortreich gelobt, an tatkräftiger Unterstützung fehle es jedoch nach wie vor. „Immer noch ist in Baden-Württemberg die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ein Balanceakt für Eltern, bei dem in der Regel die Mutter die Hauptlast trägt. Hier ist neben der Politik aber auch die Wirtschaft gefragt,“ so Klingel. Auch die zweite Vorsitzende des Landesfrauenrats, Elke Erlecke, sieht hier Handlungsbedarf: „In vielen Köpfen herrscht noch die veraltete Vorstellung vom Vater als Alleinverdiener“ kritisiert sie. Die Konjunkturpakete zur Stabilisierung der Wirtschaft seien vor allem Branchen mit einem hohen Beschäftigungsanteil an Männern zugute gekommen.

Die Bilanz für das Superwahljahr fällt für Erlecke ebenfalls sehr gemischt aus. Bei den Ergebnissen der Europa- und Bundestagswahlen 2009 konnten Politikerinnen ihrer Meinung nach durchaus punkten, vom Ausgang der Kommunalwahlen ist sie allerdings enttäuscht: „Für Frauen mit wenigen Ausnahmen geradezu niederschmetternd. Von den kandidierenden Frauen wurde nicht einmal ein Viertel gewählt.“ Das Potential der nicht gewählten Frauen dürfe für die Politik nicht verloren gehen, appelliert Erlecke und sieht hier den Landesfrauenrat am Zug.

Neben dieser Herausforderung wird auch der Themenbereich Frau und Wirtschaft ein Schwerpunkte des LFR im Jahr 2010 sein.

Esther Peylo
Beauftragte für Öffentlichkeitsarbeit

Bei Rückfragen zu erreichen unter 0177/604 1912

www.landesfrauenrat-bw.de

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