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Bilder vom Gottesdienst und von der Diskussion zwischen Sr. Lea Ackermann, Zentralrat der Katholiken und Tabea Dölker, Mitglied im Rat der Evangelischen Kirchen in Deutschland.
Stuttgart. Einen Gottesdienst mit anschließender Diskussionsrunde veranstalteten evangelische und katholische Frauen am Sonntag, 9. Mai, in Stuttgart – als Auftakt zum Ökumenischen Kirchentag, der vom 12. bis zum 16. Mai in München stattfindet. Einig sind sich die Frauen darin, dass sie schon viel erreicht haben – und sie wollen künftig gesellschaftliche Themen aus ethischer Sicht beleuchten. Vom Kirchentag wünschen sie sich, dass Impulse für das gemeinsame Leben ausgehen.
Während des Gottesdienstes schauten die Frauen zurück – darauf, was sie in der Ökumene bereits bewirkt haben. So gingen evangelische und katholische Frauen inzwischen selbstverständlicher miteinander um: Im Mittelpunkt stünde nicht mehr das Trennende, sondern das, was sie als Christinnen vereint, berichten Pfarrerin Karin Lindner von den Evangelischen Frauen in Württemberg, Bärbel Janz-Spaeth vom Katholischen Deutschen Frauenbund, Barbara Schwarz-Sterra vom Fachbereich Frauen der Diözese Rottenburg-Stuttgart und Pfarrerin Carmen Rivuzumwami vom Büro für Chancengleichheit der Evang. Landeskirche in Württemberg im Anschluss an die Veranstaltung. So hätten evangelische und katholische Frauen viele gemeinsame Tagungen, zwei ökumenische Kongresse, gemeinsame Publikationen und vieles mehr auf den Weg gebracht. Und nicht nur das: Seit 60 Jahren wird der Weltgebetstag der Frauen landauf, landab, in Europa und der Welt gefeiert – ebenfalls eine ökumenische Errungenschaft.
Durch die vielfältigen Kontakte untereinander sei das gegenseitige Vertrauen gewachsen. Jetzt gelte es, aktuelle Themen aufzugreifen – wie Klimawandel, Sozialpolitik und Finanzkrise. „Hier müssen wir klar Stellung beziehen und sagen, wie wir das aus christlich-ethischer Sicht bewerten“, darin sind sich die Veranstalterinnen einig. Möglichkeiten, in die Gesellschaft hineinzuwirken, gebe es einige. So würden die Vertreterinnen der christlichen Kirchen im Landesfrauenrat oder im Rundfunkrat gemeinsam bestimmt. Auch die (katholische) familienpolitische Sprecherin der CDU werde von evangelischen und katholischen Christinnen unterstützt. Darüber hinaus könnten familienpolitische Fragestellungen gemeinsam in der Öffentlichkeit vertreten werden.
Mittlerweile gehe es im Gespräch zwischen Katholikinnen und Protestantinnen nicht mehr um die Wahrheit von Ideologien, sondern um die „wahren Taten“, sagen die Veranstalterinnen. So feiern Frauen beider Konfessionen nicht nur gemeinsam Gottesdienste und veranstalteten Vorträge bzw. Seminare, sondern leben auch ihre Spiritualität. Im Anschluss an den Gottesdienst habe es sich gezeigt, wie sehr das Gemeinsame vereint: Der Gottesdienst wurde von zwei Katholikinnen und zwei Protestantinnen geleitet. Nach dessen Abschluss hätten mehrere Besucher und Besucherinnen gefragt, wer denn nun zu welcher Konfession gehöre. „Wir haben ein lebendiges Miteinander gefeiert, die Konfession spielte dabei eine untergeordnete Rolle“, freuen sich die Kooperationspartnerinnen.
Wichtig ist den Frauen dabei, das Verbindende zu betonen und das Trennende nicht über zu bewerten. So sei die Frage nach dem gemeinsamen Abendmahl kein Hauptthema: In der Praxis würde dies ohnehin gelebt. Dies habe auch Schwester Lea Ackermann vom Zentralrat der Katholiken in Deutschland, bei der Podiumsdiskussion betont. Sie teile das Abendmahl an alle aus. Wichtig sei dabei aber auch, das öffentlich zu sagen – um Veränderungen im Denken zu ermöglichen. Tabea Dölker, Mitglied im Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), sagte bei der Diskussion, es gebe viele Signale der Hoffnung; was an der Basis gelebt werde, sei wohltuend und ermutigend.
Vom Ökumenischen Kirchentag in München erhoffen sich die Organisatorinnen, dass ein Signal in die Kirchen ausgeht – dass die Ökumene weiter Fortschritte machen muss, damit Kirche glaubwürdig Zeugnis von Jesus Christus gibt. Dazu gehöre auch das gemeinsame Abendmahl, das – von Jesus eingesetzt – als gemeinsames Mahl aller Christinnen und Christen gefeiert werden können müsse.
Katholische und evangelische Christinnen hatten für Sonntag, 9. Mai, zunächst in die Schlosskirche nach Stuttgart zu einem ökumenischen Gottesdienst geladen. Im Anschluss daran pilgerte die Gemeinde zum Haus der Katholischen Kirche, zu einem Empfang mit Podiumsdiskussion, die mit Schwester Lea Ackermann vom Zentralrat der Katholiken in Deutschland und Tabea Dölker, württembergischer Synodaler und Mitglied im Rat der EKD, besetzt war. Die Präses der EKD-Synode, Kathrin Göring-Eckhardt, hatte ihre Teilnahme aus gesundheitlichen Gründen abgesagt.
Nicole Marten
Bindung in unterschiedlichen Alters- und Entwicklungsstufen
16. bis 17. Oktober 2010 in der Evang. Akademie Bad Boll
Der Newsletter der Evangelischen Frauen in Württemberg erscheint zweimal jährlich.
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