Frauenkreuzweg in Blaufelden

12.04.10 | 08:40 | 

 

In diesem Jahr machten sich zum zweiten mal  Frauen verschiedener Altersgruppen auf einen Kreuzweg-Gang durch die Stadt Schrozberg. Der Bezirksarbeitskreis Frauen (BAF) des Dekanats Blaufelden hatte Frauen aller Konfessionen zu diesem Gang an Karfreitag eingeladen. Viele Stationen wären möglich gewesen, um durchkreuzte Lebenswege von Frauen zur Sprache zu bringen. Vier Stationen wurden ausgewählt im Gedächtnis an den Kreuzweg, den Jesus vor über 2000 Jahren gegangen ist.  

Schweigend gingen die Frauen den Weg durch die Stadt und gedachten an den Stationen den oft verdrängten Leiden, der Gewalt, aber auch den alltäglich belastenden Situationen von Frauen.  Es gilt Dinge sichtbar machen, vor Gott bringen und die Kraft erbitten, sie auszuhalten oder zu verändern. Flötenstücke und Bibeltexte begleiteten die inhaltliche Ausführung beispielhafter Lebenssituationen. Mit  wiederholenden Kyrierufen wurden die Betroffenheit und die Bitte um Erbarmen zum Ausdruck gebracht. Nach dem Treffpunkt vor dem Schloss, führte der Gang zum ehemaligen Krankenhaus, das jetzt als Gästehaus für Reisende und Pilger dient. Das Haus ist ein Beispiel dafür, wie eine Stätte, die für Krankheit, Leiden, Ängste und Sorgen aber auch Hoffnung stand,  zu einem Ort der Freizeit und der Geborgenheit, einem Ort für Reisende und Pilger wurde.  Diese wissen es zu schätzen, wenn sie nach einem langen Marsch gut und gerne aufgenommen werden. An der nächsten Station, auf der Brücke,  machten sich die Frauen klar, dass solche über gefährliche Abgründe führen  oder dass man mit Brücken auch  Neuland betreten kann. Symbolisch gesehen sind sie auch Verbindungen zwischen  Menschen, Gedanken oder Konfessionen.  An der letzten Station vor der Raiffeisenbank konnten die Frauen ebenfalls auf durchkreuzte Wege schauen. Viele Besucher mit unterschiedlichen Schicksalen gehen hier täglich ein und aus .  Die Wirtschaftskrise hat auch in Schrozberg nicht Halt gemacht. So verloren  bei einer hier ansässigen Firma in den  letzten Monaten knapp 100 Beschäftigte ihren Arbeitsplatz  und sind somit unter Umständen in ihrer gewohnten Existenz bedroht. Der Abschluss des Kreuzweges fand in der evangelischen Kirche statt. Die Frauen wurden von der Organistin, Else Bach, mit leiser Orgelmusik empfangen.  Hier im Gotteshaus konnten sie sich der letzen Dimension des Kreuzweges stellen – dem Tod Jesu. Jesus ging seinen Weg ans Kreuz, damit wir „Gottes geliebte Kinder“ werden können. Hier am Kreuz hatte jede Frau Gelegenheit, denjenigen zu gedenken, die sie in diesem Jahr durch den Tod unwiederbringlich verloren hat. Weil unser Gott weiß, wie radikal der Tod ist, können wir mit allem Jammer und Leid zu ihm kommen. Hier war auch der Raum, um nochmals der Opfer von Winnenden, den Flüchtlingen in Afrika und der Opfer von Erdbeben und Naturkatastrophen zu gedenken. Ein Zuspruch aus Jesaia 35 sollte die Frauen stärken, schwere Schicksalsschläge überwinden zu können. Die Kollekte in diesem Jahr ist für das neu gegründete Kinderhospiz, das sich gerade im Aufbau in Schwäbisch Hall befindet, bestimmt. Zum Andenken an diesen Gottesdienst nahm  sich jede Frau ein Stück Holz als Stütze und Halt in dieser bewegenden Zeit mit. Das BAF- Team ist zuversichtlich auch im nächsten Jahr wieder einen Frauenkreuzweg in einem anderen Ort abhalten zu können.


Tagung für Adoptiveltern

Bindung in unterschiedlichen Alters- und Entwicklungsstufen
16. bis 17. Oktober 2010 in der Evang. Akademie Bad Boll

Cascade

Der Newsletter der Evangelischen Frauen in Württemberg erscheint zweimal jährlich.

Hier finden Sie die aktuelle Ausgabe vom Frühjahr 2010 als PDF.