Pressemitteilung vom 12.6.2009.
Von zwölf gewählten Europaabgeordneten aus Baden-Württemberg sind die Hälfte Frauen – hier ist die Rechnung aufgegangen, die politische Repräsentanz von Frauen in den Parlamenten zu stärken. Wie viele Parlamentarierinnen insgesamt aus den EU-Mitgliedsländern nach Straßburg entsandt werden, bleibt allerdings noch abzuwarten. Auf kommunaler Ebene steht das enttäuschende Ergebnis schon fest: „Noch nicht einmal ein Viertel aller gewählten Gemeinderatsmitglieder in Baden-Württemberg sind Frauen“, bedauert die Vorsitzende des Landesfrauenrats Baden Württemberg, Angelika Klingel. „22,2 % liegen weit unter der Marke, die wir uns mit unserer Kommunalwahlkampagne „Stühle frei für Frauen“ gesetzt haben“. Über ein Jahr lang warb der Landesfrauenrat bei Frauen dafür, sich als Kandidatin aufstellen zu lassen. An Parteien und Wählervereinigungen appellierte er, Frauen auf aussichtsreiche Listenplätze zu setzen. „Wer wenn nicht die Frauen selber können dafür sorgen, dass mit der Gleichberechtigung vor Ort endlich ernst gemacht wird. Gerade in den Kommunen fallen Entscheidungen, die die Frauen in ihrem Alltag betreffen“, so Klingel. Nun hat etwa die Hälfte der baden-württembergischen Bevölkerung von ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht und insgesamt 296 Frauen (16,6%, 2004: 15,4%) in die diversen Kreistage gewählt. Spitzenreiter ist dabei der Kreistag von Tübingen mit 16 Frauen (27,1%, 2004: 27,6%), Schlusslicht der von Rottweil mit zwei Kreisrätinnen (4,1%, 2004: 4,2%). Dabei gibt es bei den Parteien deutliche Unterschiede: 41,5% der Kreistagsmitglieder der Grünen in Baden Württemberg sind Frauen, bei der SPD sind es 25,2 %, bei der CDU 11,1% und bei der FDP 10,0%. Etwas besser sieht es aus frauenpolitischer Sicht bei den Gemeinderatswahlen aus. Hier liegt der Frauenanteil bei 22,2% (2004: 21%), es wurden also insgesamt 3876 Gemeinderätinnen in Baden Württemberg gewählt (davon Grüne 44,4%, SPD 32,5%, FDP 17, 5% und CDU 16,7%). Wie auch bei den Kreistagswahlen schneiden dabei Frauen im ländlichen Raum schlechter ab als in größeren Städten. „Bis der Anteil der Gemeinderätinnen dem Bevölkerungsanteil der Frauen in Baden Württemberg von 52% entspricht, dauert es wohl noch eine Weile“, befürchtet die zweite Vorsitzende des Landesfrauenrats, Elke Erlecke. „Wenn wir das Tempo der vergangenen zwanzig Jahre nicht etwas steigern können, sind wir wohl erst 2069 so weit“. 1989 hatte der Frauenanteil bei den Gemeinderatswahlen bei 13,2% gelegen.
Esther Peylo Beauftragte für Öffentlichkeitsarbeit Bei Rückfragen zu erreichen unter 0177/604 1912
Bindung in unterschiedlichen Alters- und Entwicklungsstufen
16. bis 17. Oktober 2010 in der Evang. Akademie Bad Boll
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