Projekt FairCare

20.08.11 | 10:00 | 

Von: Karin Lindner

Ein Brief an die Bezirksarbeitskreise Frauen und die EFW-Frauenverbände

. . . und an SIE

Liebe Frauen,
was lange währt, wird nun konkret!
Bereits im Jahr 2002 befasste sich das Netzwerk Osteuropa der damaligen Frauenarbeit der Evangelischen Landeskirche mit dem Thema ‚Osteuropäische Frauen als Hilfskräfte in Haushalten mit Pflegebedürftigen’. Heute nun startet FairCare als gemeinsames Projekt des Diakonischen Werks Württemberg, des Vereins für Internationale Jugendarbeit und der Evangelischen Frauen in Württemberg, das bereits bei der Jahrestagung von EFW im Mai 2011 vorgestellt wurde.
Ziel des gesamten Projekts ist, die Situation von Frauen zu verbessern: Entlastung von pflegenden Angehörigen, faire Arbeitsbedingungen für osteuropäische Betreuungskräfte, Beratungsangebote für Betreuungskräfte aus Osteuropa. Das Projekt zeigt Wege auf, wie solche Betreuungssituationen legalisiert werden können und unterstützt bei den bürokratischen Vorgängen rund um die Anstellung einer Betreuungskraft aus Osteuropa.

Das Projekt „FairCare“ soll zeigen, dass es legal und fair geht – nicht 24 Stunden täglich an sieben Tagen in der Woche, aber im Regelfall zwischen 38,5 und 45 Stunden und höchstens sechs Tage in der Woche. FairCare besteht aus vier Teilen:

  • Kampagne: Es soll bekannt werden, dass es bei der Anstellung von osteuropäische Betreuungskräften legal und fair geht. Dazu gehört u.a. eine Arbeitszeit von bis zu höchstens neun Stunden am Tag und höchsten sechs Tagen in der Woche und Krankenversicherung. Die Betruungskraft bekommt einen Arbeitsvertrag, wo dies festgelegt ist.
  • Vermittlung: Der Verein für Internationale Jugendarbeit (vij) vermittelt Familien mit betreuungsbedürftigen Personen osteuropäische Betreuungskräfte – in Zusammenarbeit mit der Diakonie Polens und der kirchlichen Hilfsorganisation AIDROM in Rumänien. Die Betreuungskräfte werden während ihres Einsatzes in den Familien begleitet und betreut. Ein Lohnsteuerbüro unterstützt auf Wunsch die Familien bei ihren Arbeitgeberaufgaben.
  • Beratungsangebot: Der vij mit seinem Fraueninformationszentrum Stuttgart bietet Informationen, Beratung und Unterstützung für osteuropäische Betreuungskräfte an. Telefonische oder persönliche Beratung in polnischer, rumänischer oder deutscher Sprache wird durch Haupt- und Ehrenamtliche angeboten.
  • Hilfe im Herkunftsland: Die diakonischen Partner in Polen und Rumänien bereiten die Frauen auf den Auslandsaufenthalt vor und bieten eine sichere Vermittlung an. Es wird nach Möglichkeiten gesucht, wie Frauen ihre Berufserfahrungen in Deutschland nachhaltig für sich und ihre Familien im Heimatland nutzen können.

Nun erhalten Sie das Material zum Projekt FairCare.
Was soll damit geschehen?
Machen Sie das Projekt FairCare zum Thema in Ihrem Arbeitsbereich.
Gehen Sie auf Bildungsträger vorort zu, um gemeinsam Informationsveranstaltungen zu organisieren. Sprechen Sie Frauen an, die im Besuchsdienst engagiert sind. Regen Sie an, das Projekt FairCare im Gemeinde- oder Bezirksveröffentlichungen oder in den Mitteilungsorganen Ihres Verbands vorzustellen.
In der Geschäftsstelle EFW kann ein Arbeitsheft mit weiteren Informationen zur Anstellung einer Betreuungskraft aus Osteuropa angefordert werden. Außerdem sind detaillierte Informationen im Internet zu finden unter: www.faircare-diakonie.de .
Literatur- und Medientipps sind ebenfalls in der Geschäftsstelle zu erfragen.
Im Zusammenhang mit unserem Jahresthema 2012 „Frauen und Gesundheit“ werden wir diese Kampagne weiter bekannt machen und zu Diskussionen dazu einladen.
Im Zusammenhang mit der Vorbereitung auf den Weltgebetstag 2012 wird das Projekt FairCare ebenfalls bekannt gemacht werden.

Das Projekt FairCare löst nicht die langfristig anstehenden Herausforderungen in Bezug auf Betreuung und Pflege einer älter werdenden Gesellschaft. Doch es ist ein Modell das zeigt, dass in einer globalisierten Welt und in einem seit dem 1.Mai 2011 offenen europäischen Arbeitsmarkt Themen wie die häusliche Pflege nicht allein aus unserer Binnensicht, sondern im Sinne einer Gerechtigkeit für alle zu bearbeiten sind. Das Projekt FairCare versucht dies exemplarisch zu tun und beschreitet damit grenzüberschreitende und neue Wege.
Die Evangelischen Frauen in Württemberg sind hier mit auf dem Weg!
Mit herzlichen Grüßen
Karin Lindner
Pfarrerin der Evangelischen Frauen in Württemberg


Pflege braucht Zukunft - EFW Unterschriftenaktion 2012

Frauen fordern Reformen:

Weichen stellen: Pflege braucht Zukunft

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Der Newsletter der Evangelischen Frauen in Württemberg erscheint zweimal jährlich.

Hier finden Sie die aktuelle Ausgabe vom Herbst 2011 als PDF.