KDFB-Rottenburg-Stuttgart fordert am „Tag der Diakonin" mehr Frauen in kirchlichen Führungspositionen

29.04.10 | 15:53 | 

Von: Karin Lutz-Efinger, KDFB, Stuttgart

Pressemitteilung, 26. April 2010

Stuttgart, 26.4.2010 Der Katholische Deutsche Frauenbund e.V. (KDFB) der Diözese Rottenburg-Stuttgart begeht am 29. April, dem Festtag der heiligen Katharina von Siena, den „Tag der Diakonin". Damit bekräftigt der Verband seine Forderungen nach der Zulassung von Frauen zum diakonischen Dienst in der Kirche sowie nach der Besetzung kirchlicher Führungspositionen durch Frauen.

„Der „Tag der Diakonin", den wir seit 12 Jahren im Frauenbund feiern, ist ein Tag für mehr Gleichberechtigung in der katholischen Kirche", erklärt KDFB-Diözesanvorsitzende Annette Ruck. „Frauen, die sich zur Diakonin berufen fühlen und sich bewusst in den Dienst am Nächsten und der Gemeinde stellen möchten, müssen offiziell gefördert und als Bereicherung innerhalb der katholischen Kirche anerkannt werden", so die Vorsitzende des Verbandes, dem in der Diözese 12 000 Frauen angehören. Obwohl Frauen die meisten diakonischen Aufgaben in der Kirche leisteten, beispielsweise als Katechetin in der Vorbereitung auf Erstkommunion und Firmung, als Leiterin von Wortgottesdienstfeiern oder bei der Begleitung alter, kranker und sterbender Menschen, werde ihnen die offizielle Anerkennung als Diakonin verwehrt. Annette Ruck: „So werden die Charismen von Frauen strukturell ausgeschlossen."

Außerdem sei es an der Zeit, die Zahl von Frauen in kirchlichen Führungspositionen deutlich zu erhöhen. „Es ist unhaltbar, dass gut ausgebildete und qualifizierte Frauen mit umfangreichen theologischen, sozialen, pastoralen oder betriebswirtschaftlichen Kompetenzen in Einrichtungen und Organisationen der katholischen Kirche extrem unterrepräsentiert sind. Wir fordern deshalb die Verantwortlichen auf, im Sinne der Würzburger Synode erkennbare Schritte für mehr Chancengleichheit von Frauen und Männern in der Kirche zu unternehmen", bringt es die KDFB-Diözesanvorsitzende auf den Punkt.

In vielen Gemeinden führen KDFB-Frauen an diesem Tag Veranstaltungen zur Thematik „Frauen und Kirche" durch. Die zentrale Wort-Gottes-Feier des Frauenbundes zum „Tag der Diakonin" findet in St. Maria, Aalen statt. Der Feier schließt sich ein Vortrag von Sabine Demel an. Die Professorin für Kirchenrecht an der Universität Regensburg spricht unter dem Titel „Und warum nicht auch Diakonin…" über Frauen in der katholischen Kirche und eine mögliche Neubewertung des Diakonats. Der Vortrag markiert den Schlusspunkt der dreiteiligen KDFB-Veranstaltungs-reihe zum Diakonat der Frau.

Klare Akzente setzte dabei in Aalen eine Podiumsdiskussion mit Marlies Mittler-Holzem Mitbegründerin des Netzwerks „Diakonat der Frau", der evangelischen Pfarrerin Ursula Richter aus Aalen, Hannelore Illchmann, einer Frau mit Diakonatsausbildung und der Geistlichen Beirätin des KDFB, Bärbel Janz-Spaeth. Ein Vortrag von Professor Peter Hünermann von der Universität Tübingen nahm die theologiegeschichtliche Entwicklung zu Frauen in der Kir-che und die Perspektiven nach dem II. Vaticanum in den Blick.

1998 richtete der Katholische Deutsche Frauenbund erstmals den Gedenktag der heiligen Katharina von Siena (29.4.) als „Tag der Diakonin" ein. Er erinnert daran, dass der Diakonat der Frau ein unübersehbares Zeichen für die Gleichrangigkeit und Gleichwertigkeit von Männern und Frauen beim Dienst in der Nachfolge Jesu Christi ist.

Katharina von Siena (1347 – 1380) kümmerte sich mit Hingabe um Alte, Kranke und Verstoßene. Sie war eine gläubige, mystische und mutige Frau, die immer wieder öffentlich auf kirchliche, gesellschaftliche und politische Missstände hinwies und Kritik am Handeln der Verantwortlichen äußerte. Neben ihren sozialen und karitativen Tätigkeiten beriet sie Bischöfe, Päpste und Politiker und trat als Vermittlerin bei Friedensverhandlungen auf. Im Jahr 1461 sprach Papst Pius II. sie heilig, Papst Johannes Paul II. ernannte sie 1999 zur Schutzheiligen Europas.

Redaktion: Karin Lutz-Efinger

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