Elke Bönisch
Schrozberg, Hohenloherstr. 4
Tel.: 07935-1293
Sigrid Bullinger
Schrozberg, Gartenstr. 5
Tel.: 07935-6200
Anja Herrmann
Schrozberg, Im Wurzgarten 33
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Silvia Holbein
Kirchberg / Jagst, Schloßstr. 14
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Inge Kaletta
Rot am See, Krämersäcker 26
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In diesem Jahr machten sich zum dritten Mal über 50 Frauen verschiedener Altersgruppen bei traumhaften sommerlichen Temperaturen auf einen Kreuzweg-Gang durch Rot am See. Der Bezirksarbeitskreis Frauen (BAF) des Dekanats Blaufelden hatte Frauen aller Konfessionen zu diesem Gang an Karfreitag eingeladen. An vier Stationen wurden durchkreuzte Lebenswege von Frauen zur Sprache gebracht im Gedächtnis an den Kreuzweg, den Jesus vor über 2000 Jahren gegangen ist.
Schweigend gingen die Frauen den Weg durch den Ort und gedachten an den Stationen den oft verdrängten Leiden, der Gewalt, aber auch den alltäglich belastenden Situationen von Frauen. Es gilt Dinge sichtbar machen, vor Gott bringen und die Kraft erbitten, sie auszuhalten oder zu verändern. Flötenstücke und Bibeltexte begleiteten die inhaltliche Ausführung beispielhafter Lebenssituationen. Mit wiederholenden Kyrierufen wurden die Betroffenheit und die Bitte um Erbarmen zum Ausdruck gebracht. Bedrohungen des Lebens sind spürbar nahe gerückt. Auch in der Schule, einem Ort der Sicherheit – zumindest glaubte man das lange Zeit. Mittlerweile wissen wir, dass auch hier Gefahren drohen können. Nicht nur auf dem Schulweg, nein auch in der Schule selbst, sei es durch Mobbing, Amokläufe oder einfach nur durch Überforderung von Kindern. Wir leben in einer Zeit in der wir unheimlich viel in unsere Kinder hineinstecken. Manchmal muss man sich jedoch fragen, ob es ihnen immer gut tut. Warum nur gibt es so viele Schulverweigerer oder warum nur nimmt das Diskutieren über die verschiedenen Bildungswege kein Ende. Wir Frauen und Mütter sind aufgerufen, uns an die Seite unserer Kinder zu stellen, mit ihnen auf ihrem Weg zu gehen und sie nicht alleine zu lassen. Ihnen aber auch einmal in den Weg zu treten, ihre Bahn zu „entschleunigen“, damit sie wieder zur Besinnung kommen.
Weiter ging der Weg Richtung Wasserturm, der zweiten Station. Ohne Wasser kein Leben – wir alle wissen das. Keiner kann ohne dieses lebenswichtige Grundnahrungsmittel existieren und doch sind wir auf unserer Welt immer noch nicht in der Lage, allen Menschen gesundes, trinkbares und sauberes Wasser zur Verfügung zu stellen. Nicht überall darf man nur den Wasserhahn aufdrehen. Für viele Frauen auf der Welt ist es ebenso selbstverständlich lange Fußmärsche auf sich zu nehmen, um an einigermaßen genießbares Wasser zu gelangen. Sie tragen es auf dem Kopf nach Hause und machen diese Wege oftmals mehrfach am Tag. Heute schon gibt es Befürchtungen, Kriege könnten um das Wasser geführt werden. Was passiert, wenn wie jetzt in Japan das Wasser radioaktiv verseucht wird, wenn selbst das Meer nicht mehr ausreicht, um diesen höchst problematischen Müll zu verdünnen? Wann werden auch wir hier das Jod oder das Cäsium in unserer Nahrungskette haben?
Die nächste Station war nur ein kurzes Stück weiter entfernt. Oberhalb der Putenschlächterei machten sich die Frauen Gedanken um das Fleisch als Nahrungsmittel, die Nachteile der Massentierhaltung für Mensch und Umwelt aber auch über die Belastung unserer Umwelt mit CO2. In den vergangenen Wochen ließen uns die Nachrichten über den Bio-Sprit aufhorchen. Leider kam der Widerstand weniger wegen des Verbrauchs von Nahrungsmitteln zu Brennstoff auf, sondern eher aus Angst , das heilige Blechle damit zu ruinieren. Durch dieses Verbrennen von Nahrungsmitteln sind die Getreidepreise weltweit angestiegen und zum Spekulationsobjekt degradiert worden. Für die Armen der Ärmsten hat dies katastrophale Auswirkungen. Sie können sich nicht einmal mehr den Getreidebrei leisten, weil die Menschen in den reichen Ländern lieber mit diesem Getreide Auto fahren. Ist es nicht wirklich an der Zeit Verantwortung für die uns anvertraute Schöpfung zu übernehmen?
Der längste Wegabschnitt endete im Park des hiesigen Pflegezentrums. Vielen Menschen fällt es schwer, hierher umzuziehen., Ja sie fürchten sich davor, ihre Selbständigkeit zu verlieren. In einer immer älter werdenden Gesellschaft lässt es sich nicht vermeiden, dass irgendwann der Punkt kommt, an dem man nicht mehr alleine leben kann. Es ist eine Aufgabe, der wir uns schon in jüngeren Jahren stellen sollten. Es gibt ja Möglichkeiten in altersübergreifenden Wohnmodellen wie z.B. dem Riedlinger Projekt zu wohnen, in eine sogenannte Residenz umzuziehen oder eine Alten-WG mit eigener Pflegerin zu gründen. Wichtig ist, hierüber nachzudenken, ehe es zu spät ist. Näher zu beleuchten war ebenfalls die Situation der Pflegekräfte. Meist sind es auch hier die Frauen, die in diesen Berufen Arbeit finden. Einem Beruf, der äußerst anstrengend ist, der an den Nerven zerrt und die Frauen oftmals an den Rand der Erschöpfung bringt. Aus den Medien entnehmen wir , wenn Missstände auftreten. Das größte Problem in den Einrichtung ist aber oftmals, dass es zu wenig geschultes Personal gibt, weil die nervliche und körperliche Belastung enorm hoch ist. Auch der Umgang mit Sterbenden ist psychisch höchst anstrengend. Es soll niemand in Schutz genommen werden, der Gewalt gegen alte Menschen ausübt, aber wir müssen sensibilisiert werden, in welcher Überforderung auch viele Pflegende leben müssen.
Organistin Else Bach empfing die Gruppe in der Martinskirche musikalisch. Hier wurde den Frauen nochmals eindrücklich mit Worten der Ermutigung vermittelt, dass wir auf Gottes Kraft vertrauen dürfen, wenn wir selber nicht mehr handeln können. Jede Frau bekam einen Nagel, als Symbol dafür, dass Nägel tragen können, was schwer ist und dass Leiden und Not in Gottes Händen gut aufgehoben sind.
Das Opfer dieses Kreuzweges wird wieder einmal für das Frauen- und Kinderschutzhaus in Schwäbisch Hall zur Verfügung gestellt. Mit einem Mut machenden Segen wurden die Frauen zur Todesstunde Jesu in den Nachmitttag entlassen.
Es war eine runde Sache am Karfreitag 2010
in Schrozberg.
Hier finden Sie den Bericht aus der Zeitung als PDF-Dokument und nebenan ein paar Bilder.
Inge Kaletta
BAF-Team
Kirchenbezirk Blaufelden
Knapp 50 Frauen folgten an Karfreitagnachmittag trotz des wunderbaren Frühlingswetters der Einladung des Bezirksarbeitskreises Frauen (BAF Blaufelden), um beim Kreuzgang-Weg durch Kirchberg/Jagst an festgelegten Stationen auf „durchkreuzte Lebenswege“ von Frauen, Männern und Kindern zu schauen.
Im Gedächtnis an den Kreuzweg Jesu wurden die ausgewählten Plätze aufgesucht, um dort dem verdrängten Leid und der Gewalt gegen Frauen zu gedenken. Flötenstücke und Bibeltexte begleiteten die inhaltliche Ausführung beispielhafter Lebenssituationen (Opfer häuslicher Gewalt, Suchtgefahren für Schüler und Jugendliche, begrenzte Energieressourcen der Erde und unserer eigenen Energien – Burn-Out Syndrome und psychosomatische Beschwerden, Endlichkeit des Lebens). Mit dem Kyrieruf wurden hierbei die Betroffenheit und die Bitte um Erbarmen zum Ausdruck gebracht.
Schweigend zog die Gruppe zum Abschlussgottesdienst in die Stadtkirche. Mancher Fußgänger wurde so daran erinnert, dass Karfreitag nur ein freier Tag ist, weil es Christen gibt!!
Im Gottesdienst erfuhren die Teilnehmer in einer Überarbeitung der Ökumenischen Dekade zur Überwindung der Gewalt aus Jesaja 35 Zuspruch. Die Kollekte war für das Frauenhaus in Schwäbisch Hall bestimmt, in dem Frauen mit ihren Kindern Zuflucht vor gewaltätigen Ehemännern finden. Eine Mitarbeiterin war vor Ort und berichtete von den Aufgaben und Zielsetzungen des Frauenhauses.
Zum Andenken an den Gottesdienst bekamen die Besucher eine Feder, als Symbol für ein Leben mit weichem Gefieder, um nicht zu verhärten in all dem Leid und um die Flügel der Hoffnung für sich zu bewahren.
Weil sich die Teilnehmerinnen sehr positv zur Veranstaltung geäußert haben, kann über eine Wiederholung im nächsten Jahr in einem anderen Ort nachgedacht werden.
Unterschriftenaktion zum Thema
„Situation von Hausangestellten in Malaysia“
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Frauen fordern Reformen
Weichen stellen: Pflege braucht Zukunft
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