Beate Hiller, Buchhändlerin

Kinder liegen ihr am Herzen

Beate Hiller hat einen Mann, drei Kinder, einen Hund und eine Schildkröte. Aber das ist noch lange nicht alles. Die Buchhändlerin aus dem Stuttgarter Süden hat auch zahlreiche Ehrenämter. Die wuchsen ihr, so meint sie, im Laufe der Zeit einfach zu. Doch so einfach war das nicht.

Beate Hiller
Beate Hiller

Beate Hiller ist eine engagierte Frau, und wenn sie einen Missstand ausgemacht und den Eindruck hat, Abhilfe leisten zu können, dann tut sie auch was. So als sie etwa vor elf Jahren an der Hauffschule in Stuttgart angefangen hat, Kindern Sprachunterricht zu geben. „Die Lehrer hatten keine Zeit, bekamen immer mehr andere Aufgaben zugewiesen und dann sprang eben ich ein“, erinnert sie sich. Privat organisierte sie zusammen mit acht weiteren Frauen die Sprachförderung an der Grundschule. Einmal pro Woche eine Stunde. Zehn bis 15 Kinder kamen regelmäßig. Ausländische Kinder, aber später dann vermehrt auch deutsche. Zum Unterricht gehörte das Vorlesen, das Sprechen und sogar ein Lesewettbewerb. „Das ist das Schlimmste, wenn den Kindern die Sprache fehlt“, klagt Beate Hiller.

Und weil es mit dem Sprachunterricht so gut geklappt hat, richtete sie bald eine eigene Schülerbibliothek in der Schule ein. Zwei große Schränke im Eingangsbereich der Schule sind jetzt voller Bücher. Einmal pro Woche ist Ausleihe, und die Kinder nehmen gerne Gebrauch vom Angebot der rund 500 Bücher. Beate Hiller hat einen Teil selbst beigesteuert. Erlöse aus Schulfesten und die Unterstützung eines Fördervereins trugen finanziell bei, und der Bezirksbeirat von Stuttgart Süd sowie einzelne Firmen gaben ihren Teil zum Projekt, das jetzt auch von anderen Schulen in Stuttgart und Umgebung übernommen wurde.

Ehrenamtlich engagiert in Schule und Kirchengemeinde

Später dann hat Beate Hiller in der Grundschule einen Vorlesewettbewerb organisiert, wie er mittlerweile auch in Hauptschulen eingeführt ist. Für die Jury konnte sie Schauspieler gewinnen sowie interessierte Lehrerinnen und Lehrer. Jedes teilnehmende Kind erhält als Belohnung ein Buch geschenkt, der erste Preisträger einen Pokal und einen Büchergutschein. Die Schule ist Beate Hiller wichtig. „Da kann man viel bewirken und viel Gutes tun an den Kindern“, schwärmt sie. Deshalb ist sie bis heute Elternbeiratsvorsitzende und kümmert sich um die Anliegen der Kinder und ihren Eltern.

In der evangelischen Matthäuskirchengemeinde und der katholischen St. Josefsgemeinde in Stuttgart-Heslach hat sie sich ebenfalls schon früh eingebracht. Zusammen mit den Pfarrern und Vikaren entwickelte sie das Format „Sieben nach Sieben“. Jeweils Sonnntagabends treffen sich Literatur- und Theologie-Interessierte für 25 Minuten im katholischen St.Josefs-Gemeindehaus. Einem Text aus der Bibel wird ein Text aus der Literatur gegenübergestellt. Themen wie „Wendepunkte im Leben“, oder „Lebenslauf“ oder „Geschwister“ und „Fremde“ waren schon dabei. Rund 25 Teilnehmer kommen regelmäßig zu diesen Lesungen, die mit Musikdarbietungen von Schülerinnen und Schülern aus dem nahen Mörikegymnasium untermalt werden.

Wer derzeit an Beate Hillers Laden im Stuttgarter Süden vorbeigeht, entdeckt noch mehr von Schülerhand Geschaffenes. „Ich gebe regelmäßig eines meiner Schaufenster dafür her, dass Kinder ihre selbst gemalten und gestalteten Werke ausstellen können“, meint die zierliche Frau, die im Februar ihren 45 Geburtstag feiern wird, und wendet sich wieder der nächsten Kundin zu.

Klaus Rieth


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16. bis 17. Oktober 2010 in der Evang. Akademie Bad Boll

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