Bereits zum dritten Mal wurde Christel Hausding im Herbst 2001 in ihrem Wahlkreis (Ulm und Blaubeuren) in die Synode der Evangelischen Landeskirche in Württemberg gewählt.

Geboren wurde sie 1949 in Leverkusen. Sie stammt aus einer katholischen Familie, hat aber während ihrer Jugend von der katholischen Kirche Abstand genommen. Heute sagt sie, die Frage nach Gott habe sie nicht losgelassen. Ab 1968 studierte sie an der Pädagogischen Hochschule Köln. Mit 24 Jahren, während ihrer Referendariatszeit wurde sie von ihrer Mentorin, einer gläubigen evangelischen Frau in deren Gemeinde eingeladen, fand dort zum Glauben und blieb. Dort lernte sie auch ihren späteren Mann kennen. Von 1973 an studierte sie Geographie, Pädagogik und Psychologie. 1978 wurde sie zum Doktor der Erziehungswissenschaften promoviert und trat anschließend eine Assistentinnenstelle für Geographie an der Technischen Hochschule Aachen an. Nach ihrer Promotion konvertierte sie zur evangelischen Kirche. Heute ist sie dankbar für den Einblick, den sie in die katholische Kirche bekommen hat und weiß auch, an welchen Punkten man sich im interkonfessionellen Dialog vorsichtiger bewegen sollte.
1982 wurde Christel Hausdings Ehemann beruflich nach Ulm versetzt, sieben Jahre später in den Schwarzwald. Seit ungefähr neun Jahren ist das Ehepaar wieder zurück in Ulm. Ihr Mann arbeitet inzwischen als Oberarzt der Inneren Medizin im Ulmer Bundeswehrkrankenhaus. Schon während ihrer Zeit in Köln unterhielt Christel Hausding Kontakte zu zwei Aidlinger Schwestern. Sie mochte schon damals die Region Schwaben und erzählt zufrieden, sie sei "gerne in den Süden gezogen". Aus ihrem Beruf stieg sie aus, denn "dafür, dass wir uns kaum mehr sehen, habe ich meinen Mann nicht geheiratet" - zumal es in Ulm an der Universität gar keinen Lehrstuhl für Geographie gab. So verschob sich Christel Hausdings Arbeitsbereich hin zur Referententätigkeit. Die Themen "Lebensgestaltung im Glauben" und "die Rolle der Frau, bzw. das Finden eines eigenen Weges" sind ihr dabei besonders wichtig.
Privat begeistert sie sich für Literatur, was ihr auch bei ihrer eigenen Schreibarbeit zugute kommt. Sie reist sehr gerne, war schon in Neuseeland, in den USA und in Südafrika. Gemeinsam mit ihrem Mann hält Christel Hausding Seminare für kinderlose Ehepaare, zu denen die beiden selbst gehören. Bei diesen Seminaren sollen den Betroffenen neue Perspektiven aufgezeigt werden. Christel Hausding hat selbst nach unerfülltem Kinderwunsch festgestellt, dass sie andere Aufgaben hat und "anders reich" ist. Ihr Talent entfaltete sie bei ihrer Arbeit in der Landessynode, in ihrer Referenten- und Schreibtätigkeit.
Christel Hausding wurde 1983 erstmals in die Landessynode gewählt. Auf die Frage nach ihren Aufgaben als Leiterin eines Gesprächskreises in der Synode nennt sie Wachsamkeit, vorausschauendes Handeln, Koordination und das Aufrechterhalten von Kontakten zum Oberkirchenrat und zum Landesbischof - eben "aufpassen, dass alles läuft und man nichts versäumt." "Es dauert vor allem für Laien mindestens zwei Jahre, bis man sich in die Synode eingearbeitet hat", fügt sie hinzu. Sie setzt sich gerne mit vielen Menschen und Meinungen auseinander. Persönliche Kontakte sind für sie sehr wertvoll geworden. Sie bedauert, dass für die Öffentlichkeit Kontroversen in der Synode viel interessanter seien als Harmonie. Christel Hausding ist davon überzeugt, dass in der Synode am besten vertraulich und von Mensch zu Mensch gearbeitet werden kann. Dabei ist es ihr wichtig, "das Gemeinsame zu suchen, statt die Unterschiede hervorzuheben". Überzeugt fügt sie hinzu: "Wir befinden uns in einer gesellschaftlichen Situation, in der wir uns diese Scharmützel nicht mehr leisten können." Zu ihrer Freude stellt Christel Hausding zunehmend fest, dass die geistlichen Fragen in der Kirche wieder mehr Gewicht bekommen und Diskussionen sich nicht beim Thema Haushalt und Finanzen erschöpfen. Die Kirche müsse sich wieder verstärkt ihrem zentralen Anliegen zuwenden: "Menschen zu einer Beziehung zu Christus hin zu helfen, d.h. Glaubensgrundlagen zu schaffen."
Juliane Högerle
Bindung in unterschiedlichen Alters- und Entwicklungsstufen
16. bis 17. Oktober 2010 in der Evang. Akademie Bad Boll
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