Eva Glock, Gesprächskreis Evangelium und Kirche

"Frauen sind weniger dogmatisch"

Sie hat nie daran gedacht, in die Landessynode zu gehen - bis sie von einem Bündnis der Gesprächskreise "Offene Kirche" und "Evangelium und Kirche" um eine Kandidatur gebeten wurde.

Eva Glock
Eva Glock

Jetzt gehört Eva Glock dem Kirchenparlament schon im zehnten Jahr an. Die 49-jährige Gymnasiallehrerin aus Heidenheim gibt als Beruf Hausfrau an. Sie hat drei Kinder groß gezogen und zwei Jahre lang ihre Mutter gepflegt. "Jetzt ist die Familienphase abgeschlossen", sagt sie. Das gibt Raum, sich kirchenpolitisch einzubringen. Und das tut sie. Als Frau von der Basis.

Dabei liegen Eva Glock die Ökumene und die Frauenarbeit besonders am Herzen. Dort hat sie ihre Wurzeln. 1996 übernimmt sie die Leitung des Ökumenischen Frauenkreises, fünf Jahre später lässt sie sich in den Vorstand des Vereins Partnerschaft Dritte Welt e.V. wählen. Gleichzeitig engagiert sie sich bis 1998 im Heidenheimer Weltladen und im Kamerun-Arbeitskreis des Kirchenbezirks. Zweimal war sie in der Zwischenzeit in Kamerun, hat Beziehungen zur presbyterianischen Kirche geknüpft.

Seit 1997 gehört Eva Glock zudem dem Leitungskreis des evangelischen Erwachsenenbildungswerks Heidenheim an und seit Jahren bringt sie sich in der ökumenischen Frauenarbeit ein. 1995 wird sie in den Beirat der Frauenbeauftragten der Landeskirche gewählt und führt seit dem Jahr 2001 den Vorsitz.

In der Landessynode hat sie sich dem Gesprächskreis "Evangelium und Kirche" angeschlossen. Das hat damit zu tun, dass ihre unmittelbare Vorgängerin aus dem Wahlkreis ebenfalls diesem Gesprächskreis angehörte, sie sich mit der Geschichte dieses Gesprächskreises identifiziere und dessen Vertreter vor Ort als "Brückenbauer" erlebt habe. Zunächst bringt sie sich in den Ausschuss "Kirche, Gesellschaft, Öffentlichkeit" ein, später engagiert sie sich im theologischen Ausschuss. Eva Glock kritisiert "die stark Männer orientierte Sprache in der Kirche". Sie meint, Frauen würden Themen anders als Männer aufarbeiten: weniger dogmatisch, stärker an Erfahrungen orientiert, positive Bilder suchend und von Hoffnungen sprechend. An der Handreichung "Daran glauben wir" hat sie gleich in zwei Gremien mitgearbeitet: Einmal im Frauenbeirat und dann im theologischen Ausschuss.

Dem Sonderausschuss zukunftsorientierte Struktur, dem sie angehörte, bescheinigt Eva Glock eine "über die Gesprächskreise hinausgehende gute Zusammenarbeit", auch wenn es ihr sehr weh getan habe, Kürzungen bei der Evangelischen Akademie Bad Boll mit vorzuschlagen. Dafür aber hätten andere Bereiche, etwa die Fortbildungen der Frauenarbeit gerettet werden können. Auch in Zukunft will sie sich dafür einsetzen, dass Fraueninteressen in der Kirche "nicht untergehen" und dass die Stelle der Frauenbeauftragten erhalten werden kann.

Stephan Braun


zurück

Tagung für Adoptiveltern

Bindung in unterschiedlichen Alters- und Entwicklungsstufen
16. bis 17. Oktober 2010 in der Evang. Akademie Bad Boll

Cascade

Der Newsletter der Evangelischen Frauen in Württemberg erscheint zweimal jährlich.

Hier finden Sie die aktuelle Ausgabe vom Frühjahr 2010 als PDF.