Gabriele Wulz

Prälatin von Ulm

Prälatin Gabriele Wulz
Prälatin Gabriele Wulz

Gabriele Wulz wurde 1959 in Darmstadt geboren. Nach dem Studium der Theologie in Tübingen, Berlin und Jerusalem, dem Vikariat in Leonberg und der unständigen Zeit in Aitrach, Jerusalem und als Repetentin am Stift in Tübingen war sie für 6 Jahre Gemeindepfarrerin in Stuttgart Vaihingen, bevor sie 1998 als Studieninspektorin an das Evangelische Stift in Tübingen wechselte. Seit 2001 ist Gabriele Wulz Prälatin von Ulm.

Aussagen einer Prälatin

Was ich als Prälatin gelernt habe:
Ich habe sehr viel mehr Respekt vor der Verwaltung. Die Komplexität der Strukturen ist groß. In den vor uns liegenden Veränderungsprozessen wird es darauf ankommen, mit Überzeugungskraft und Augenmaß, Menschen für die Arbeit an den Strukturen zu gewinnen. Dabei sind die Strukturen nicht Selbstzweck, sondern bilden lediglich den notwendigen Rahmen der Freiheit, den es braucht, damit wir unserem Auftrag gerecht werden.

Worum geht es beim Umstrukturieren und Sparen in der Landeskirche:
Im Grunde um die schlichten Fragen: Was haben, was wollen und was brauchen wir – und wie werden wir mit weniger Geld auch in Zukunft unsere Aufgaben wahrnehmen.

Was ich weder als Pfarrerin noch als Prälatin kann:
Ich kann nicht rund um die Uhr erreichbar sein und ich kann auch nicht, die Verletzungen anderer heilen. Oft genug kann ich das Elend nur mittragen und darauf hinweisen, dass bei Gott Dinge möglich sind, die Menschen unmöglich erscheinen.

Was ich als Prälatin erreichen möchte:
Ich möchte – und das ist für mich persönlich der Schwerpunkt in den nächsten Jahren – die neue Form der Visitation ausprobieren und weiterentwickeln helfen. Ähnlich wie bei der Visitation der Gemeinden kommt es auch bei der Visitation von Bezirken bzw. landeskirchlichen Einrichtungen darauf an, Innen- und Außensicht in Beziehung zu setzen. Daneben beschäftigt mich die Frage nach dem Berufsbild der Pfarrerin/ des Pfarrers sehr.

Was ist das Härteste am Pfarrberuf:
Das Durchhalten auf die Länge der Zeit und – damit verbunden – die Bitterkeit der Menschen aushalten. Außerdem braucht es ganz einfach viel Kraft, mit Menschen zusammenzuarbeiten. Schwer ist es, wenn es keine oder kaum Resonanz auf das gibt, was man tut. Pfarrern und Pfarrerinnen wird viel zugetraut, aber auch viel zugemutet.

Theologie bedeutet für mich:
Ganz knapp: An der "großen Erzählung" weiterzumachen. Theologie bedeutet, über den Glauben nachzudenken. Dabei kommt es darauf an, sich für Menschen und ihre Geschichte zu interessieren und diese im Licht des Evangeliums zu reflektieren.

Mein Handlungsprinzip:
Versuch und Irrtum.

Astrid Günther


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