Sigrid Jeandrée, Mitarbeiterin bei Brot für die Welt und im Weltladen

Bei Sigrid Jeandrée dreht sich im Beruf und im Privatleben vieles um die Dritte Welt. Montags bis freitags macht die quirlige Dortmunderin von Berufswegen Öffentlichkeitsarbeit und Werbung für „Brot für die Welt“ in Stuttgart. Samstags steht sie im Weltladen Botnang, um dort über den Fairen Handel zu beraten und Produkte zu verkaufen – das macht sie ehrenamtlich, seit über zehn Jahren.

Sigrid Jeandrée
Sigrid Jeandrée, Mitarbeiterin bei Brot für die Welt und im Weltladen

„Wissen Sie, manchmal habe ich das Gefühl, selber der beste Kunde zu sein“, lacht Sigrid Jeandrée und schwärmt von Schmuck, Kaffee, Tee, Textilien, Wein und Spielzeug, den schönen Produkten im Sortiment des Botnanger Weltladens, die sie alle gerne selbst konsumiert oder als Geschenke anderen mitbringt. Bei so viel Identifikation schafft sie es natürlich, Menschen für die Unterstützung von Dritte-Welt-Produkten zu begeistern. „Es ist mir ein Anliegen, den Fairen Handel weiter zubringen“, sagt sie.

Ihr Ehrenamt sei im Grunde ein Pendant zu ihrer Arbeit bei „Brot für die Welt“. Dort sitzt sie am Schreibtisch und fertigt Informationen zum Thema Hunger und fairer Handel in der Welt – im Laden in Bontang hat sie direkten Kontakt zu den Endverbrauchern. „Ich kann mit den Menschen sprechen und sie überzeugen, dass sie anderen Menschen in den Ländern des Südens helfen, wenn sie beispielsweise für einen Kaffee etwas mehr ausgeben“, sagt die engagierte Frau. Über diese Gesprächsschiene haben sich in den vergangenen zehn Jahren viele Kontakte ergeb

"Weltreise" vom Ruhrgebiet ins Schwabenland

Wenn Sigrid Jeandrée samstags von 9 Uhr bis 13 Uhr im Weltladen steht, trifft sie auf eine große Stammkundschaft. „Der Laden ist in Botnang eine feste Größe“, nickt sie. In der Franz-Schubert-Straße 40, direkt in der Botnanger „Einkaufsmeile“ sozusagen, füllt er zwei Etagen. Zwei bis dreimal im Monat steht sie im Laden, berät und schenkt auch Kaffee aus. Neben ihrem Engagement im Laden ist Sigrid Jeandrée auch noch Mitglied im Vorstand des Trägervereins „Eine Welt-Verein Pachamama“. In zwei Jahren, verrät die Hobby-Sängerin, die in der Stuttgarter Lukaskantorei leidenschaftlich gerne barocke Lieder singt, komme sie in Rente. „Dann will ich mich noch in weiteren Ehrenämtern engagieren.“

Pachamama heißt Mutter Erde. Und viel auf der Erde herum kommen, das war es eigentlich, was Sigrid Jeandrée nach dem Studium machen wollte. „Entwicklungshelferin wollte ich werden“, sagt sie. Sprachen hatte sie studiert, Sigrid Jeandrée wurde Diplom-Übersetzerin. Und dann führte sie die Reise in die weite Welt. Von Dortmund tatsächlich bis ins Schwabenland. „Der Liebe wegen“, schmunzelt sie. Als ihr Sohn zur Welt kam, war es vorbei mit der Idee, in fernen Ländern zu arbeiten. Doch irgendwie schnuppert sie ja heute doch ein bißchen die Luft der weiten Welt– seit 20 Jahren aus ihrem Büro für „Brot für die Welt“in Stuttgart und seit zehn Jahren im Botnanger Weltladen.

Susanne Siebel


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