Meta Braun //

"Die Arbeit hat mich reich gemacht"


Meta Braun war in einer schweren Zeit – von 1934 bis 1951 – zweite Vorsitzende und anschließend bis 1976 erste Vorsitzende des Deutschen Evangelischen Frauenbundes/Ortsverband Ludwigsburg (DEF).


Meta Braun war es ein großes Anliegen, die Gemeinschaft und Zusammengehörigkeit evangelischer Frauen zu pflegen. Diese Gelegenheit wurde geschaffen in den monatlichen Zusammenkünften, den "Frauenbund-Nachmittagen", die jeweils mit einer halben Stunde Gespräch begannen, einen interessanten Vortrag als Mittelpunkt hatten und von Kammermusik umrahmt wurden. Die Vortragsthemen waren einer reichen Palette des religiösen, gesellschaftspolitischen und kulturellen Lebens entnommen und waren vor allem in der Nachkriegszeit echte Lichtpunkte im schweren Alltag. Viele prominente Redner wären zu nennen, die den Einladungen von Meta Braun gern gefolgt sind, so z.B. Bischöfe, Prälaten und Dekane der württembergischen Landeskirche.

Ganz besonderen Wert legte Meta Braun auf die verschiedenen sozialen Aufgaben. Dabei ging es ihr nicht um das Prestige der eigenen Person oder der Organisation, sondern immer um die Wahrnehmung christlicher Verantwortung auf dem Boden der Gemeinde. Hauptsächlich in bezug auf die "Hausschwesternstation", die spätere "Haus- und Familienpflege" (1920 vom DEF in Ludwigsburg gegründet) und Meta Brauns "Lieblingskind", zeigte sich ihr diakonisches Engagement. Die Schwestern und Familienhelferinnen wurden durch Kurse und Freizeiten weitergebildet und von ihr in beispielhafter Weise betreut.

Diese Einrichtung war dann später auch für sie der Anlass, die "Arbeitsgemeinschaft Ludwigsburger Hauspflegeverbände" ins Leben zu rufen. Weitere wichtige Dienste sah Meta Braun in der "Paketaktion" in die DDR und ebenso für bedürftige, einsame und alte Menschen unter uns. Sie wollte damit materielle und ideelle Hilfe zugleich geben, als ein Zeichen christlicher Verbundenheit. Auch ein reger Besuchsdienst für Geburtstags-Jubilare und für kranke Mitglieder wurde von ihr aufgebaut. Außerdem wurden zu einer Zeit, als die "Senioren" noch bei weitem nicht so stark beachtet wurden wie heute, Kaffeenachmittage in sämtlichen Ludwigsburger Altersheimen abgehalten, mit einem jeweils sehr schönen, festlichen Programm. Dabei wurde ein Altenheim des Evangelischen Hilfswerks besonders reich bedacht: Jedes Jahr zum Christfest bekamen die etwa 200 armen Bewohner liebevoll gerichtete Päckchen, die von Meta Braun persönlich überricht wurden.

In den letzten Jahren ihres Wirkens galt ihre freundliche Zuwendung besonders den griechischen Gastarbeiterfamilien. Sie wurden zu Teenachmittagen eingeladen, die immer großen Anklang fanden. Diesen Mitbürgern in ihrer besonderen Situation beizustehen, war für Meta Braun eine selbstverständliche Christenpflicht – so wie alles, was sie tat.

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