Thema

Gewalt gegen Frauen //


Gewalt hat viele Gesichter. Frauen können genau wie Männer Opfer und Täterinnen sein. .


Gewalt im Lebensalltag
Frauen sind deutlich häufiger von physischer Gewalt betroffen als Männer. Woran liegt es, dass Männer eher von verbaler Gewalt und Frauen eher von physischer Gewalt betroffen sind? Sind es die biologischen Unterschiede zwischen den Geschlechtern oder eher die Rollenbilder, mit denen wir aufwachsen und deren Erwartungen wir in unserer Art der Gewaltausübung erfüllen? Mit Sicherheit spielen Sozialisation und Kultur, in der wir aufwachsen, eine große Rolle für unser erlerntes Verhalten gegenüber dem anderen Geschlecht. Um Gewalt zu verhindern müssen wir also weiter- bzw. umlernen. Dabei ist es wichtig, dass Frauen nicht nur als Opfer und Männer nicht nur als Täter angesehen werden.

Gewalt in der Bibel
Auch in der Bibel ist Gewalt ein zentrales Thema. Als Androhung von Gewalt als auch Ausübung derselben nutzen sowohl die Menschen als auch der Gott der Bibel immer wieder Gewalt. Gewalt hat also quasi „biblische“ Tradition.

Sexuelle Gewalt als Kriegsmittel
Gewalt findet aber auch in anderen Zusammenhängen statt. Gerade in Ausnahmezuständen wie in von Krieg und Terror betroffenen Gebieten erfahren viele Frauen sexuelle und andere körperliche Gewalt. In diesen Krisengebieten dient die Gewaltausübung dem Machterhalt und der Abschreckung. In den heutigen Terror- und Guerillakriegen ist (sexuelle) Gewalt – meist gegen Frauen und Kinder – ein viel genutztes Kriegsmittel.

Frauenhandel, Prostitution und Zwangsehen
Um Kriege zu finanzieren werden vielfach auch Frauenhandel und Zwangsprostitution genutzt. Der wirtschaftliche Faktor ist meist ausschlaggebend für den Schritt in die Prostitution, auch wenn es dann häufig die private Not ist, die Frauen in die Prostitution drängt. Die illegale Prostitution hängt eng am Frauenhandel – Frauen werden unter Vortäuschung falscher Tatsachen und mit Versprechungen von einem gut bezahlten Job nach Deutschland gelockt und werden dann mit Gewaltandrohungen oder kulturellen Schwüren zur Prostitutionsausübung gezwungen. Auf Traditionen und kulturellen Ausprägungen und Vorstellungen beruhen meist auch die Zwangsehen, in die oft noch Minderjährige gezwungen werden.

Aus unserem Netzwerk gibt es Beratungsangebote für von Gewalt betroffene Frauen. Nähere Informationen erhalten Sie unter den anbei stehenden Links.

Literaturempfehlungen

Gewalt überwinden

EFiD (Hrsg.): Arbeitshilfe zum Weitergeben, Hannover, Nr. 2 2002.

Täterinnen

EFiD (Hrsg.): Arbeitshilfe zum Weitergeben, Hannover, Nr. 2 2010.

Bibel und Kirche. Ein Gott der Gewalt?

Katholisches Bibelwerk e.V. (Hrsg.), Stuttgart, 3. Quartal 1996.

Kontakt //

Saskia Ulmer, Referentin Frauenpolitik
Telefon 0711 229363-224
saskia.ulmer(at)elk-wue.de

Links //