Rückblick auf das EFW-Forum: Evangelische Frauenarbeit 2030

Mit Gottvertrauen und Freude weiterhin unterwegs sein

Das diesjährige Forum fand zum ersten Mal wegen Corona digital statt. Am Samstag, den 26.6.2021 von 10 bis 16 Uhr fand ein reger Austausch und Begegnung auch in diesem Format statt.

Beim digitalen Ankommen war ersichtlich, dass Zoom einen weiten Horizont ermöglicht. Von Württemberg über Lübeck und Graz bis hin nach Istanbul waren Frauen dabei, denen die Zukunft der Frauenarbeit am Herzen liegt.

In Kleingruppen tauschten wir uns zu Beginn über den jeweilig persönlichen Blick auf das eigene Engagement aus. Wir fragten uns nach der Motivation und reflektieren, was Stress in der Frauenarbeit verursacht. Hier wurde deutlich, dass es nicht nur interne Diskussionen sind, sondern auch der gefühlte Druck von außen. Was sind die Ziele, die zurzeit ganz oben auf der Agenda stehen? Mit dieser kritischen Bestandsaufnahme des persönlichen Engagements in der Frauenarbeit waren wir gut eingestimmt auf den darauffolgenden Vortrag.

Dr. Anne Wehrmann-Kutsche aus Lübeck referierte zum Thema „Vergewisserung und Irritation: Evangelische Frauenarbeit heute“. 2019 hat sie bei Prof. Isolde Karle an der Ruhr-Universität Bochum ihre Doktorarbeit zu diesem Thema geschrieben. Mit dem Vortrag führte sie uns in die Mitte ihrer Dissertation. Grundlage war eine Studie, die auf Interviews basiert mit 14 Frauen, die sich ehrenamtlich und hauptamtlich in der evangelischen Frauenarbeit der Nordkirche engagieren.
Fragestellung und Ziel ihrer Arbeit sind

• Welche Ziele verfolgt die evangelische Frauenarbeit gegenwärtig? 

• Mit welchen Herausforderungen sieht sich die ev. Frauenarbeit konfrontiert?


Dr. Anne Wehrmann-Kutsche zeigte mit vielen anschaulichen Beispielen, dass mit einer ausführlichen Standort-Bestimmung Perspektiven für eine „zeitgemäße und wissenschaftlich anschlussfähige evangelische Frauenarbeit entwickelt werden“ müssen. Mit ihrer Dissertation hat sie nicht nur der Frauenarbeit in der Nordkirche einen großen Dienst erwiesen, sondern allen Frauenwerken in der EKD. Denn in allen Landeskirchen wird zunehmend die Relevanz kirchlicher Frauenarbeit in Frage und zur Disposition gestellt. Im Anschluss gab es Gelegenheit für Rückfragen und Anfragen, die reichlich in Anspruch genommen wurde. Selten hat Corona etwas Gutes, aber dass wir durch das digitale Format Frau Dr. Wehrmann für den Vortrag gewinnen konnte, gehört eindeutig dazu! Freundlicherweise hat sie das Angebot gemacht, zwei Exemplare ihrer Dissertation den EFW zur Verfügung zu stellen. Nach der Mittagspause wurde in Workshops an den verschiedenen Dimensionen der Frauenarbeit vertiefend weitergearbeitet.

Am Ende des Tages nahmen wir die Zukunft unter dem Lustprinzip in Blick und tauschten uns in Kleingruppen aus, über unsere Lust auf Neues, auf Andres, auf Lassen. Es war beeindruckend, wie konzentriert und zielgerichtet miteinander über Zukunftsperspektiven für die evangelische Frauenarbeit gearbeitet wurde.  

Insgesamt war es eine dichte Veranstaltung mit engagierten Teilnehmerinnen, die Mut macht zum Aufbruch!  Mit Gottvertrauen und Freude werden wir als Evangelische Frauen in Württemberg weiterhin unterwegs sein - das war und ist und wird die Aufgabe bleiben. 

Cornelie Ayasse, Landesfrauenpfarrerin EFW