Viel Wertschätzung für mein Land

Acht Fragen an Valenica Mpofu aus Simbabwe

Am vergangenen Samstag war die Premiere einer Kooperationsveranstaltung von EFW und dem Landesverband für Kindergottesdienst im Haus der Kinderkirche in Beilstein. Zwölf Kindergottesdienst-Mitarbeiter*innen lernten einen Tag lang praktische Ideen kennen, wie der Weltgebetstag aus Simbabwe mit Kindern gefeiert werden kann.

Als besonderer Gast war Valencia Mpofu aus Simbabwe mit dabei und begeisterte durch ihre lebendigen Erzählungen aus ihrem Heimatland und ihre Kochkünste.

Lore Raudonat, Referentin für den Weltgebetstag bei EFW, sprach mit Valencia Mpofu.

Hallo, mein Name ist Valencia Mpofu, ich komme aus Bulawayo in Simbabwe.

•    Wie lange bist Du schon in Deutschland?
Ich bin seit August 2017 hier.

•    Was machst Du in Deutschland?
Jetzt mache ich mein BFS (Bundesfreiwilligendienst) auf dem Himmelsfels. Das ist ein interkultureller Begegnungsort in Spangenberg, Nordhessen, wo Jugendgruppen oder auch Erwachsene Zeit verbringen können, an einem Camp teilnehmen können. Das Team kommt aus Ländern der ganzen Welt.

•    Wie sieht Dein Alltag auf dem Himmelsfels aus?
Wir treffen uns jeden Morgen zu einer Andacht, lesen die Bibel in unseren eigenen Sprachen. Wir bereiten die Camps vor, bringen die Gebäude in Ordnung und begleiten Gruppen. Vor dem Abendessen singen wir gemeinsam Gospels. Zweimal die Woche besuche ich abends einen Deutschkurs.

•    Wie sieht die Situation junger Menschen in Simbabwe aus?

Alle sollten in die Schule gehen, aber wir müssen Schulgeld und Schuluniform bezahlen. Deshalb können sich nicht alle Familien das leisten. Viele haben den mittleren Abschluss, finden dann aber keinen Ausbildungsplatz. Auch nach einem Universitätsabschluss finden viele keinen Job. Etliche versuchen im Ausland ihr Glück.

•    Was ist Deine Zukunftsvision für Dich?
Ich würde gerne im sozialen Bereich arbeiten, eine Ausbildung zur Erzieherin machen.

•    Und für Dein Land Simbabwe?
Ich wünsche, dass unsere Wirtschaft funktioniert und wieder Arbeitsmöglichkeiten im Land entstehen. Ich hoffe, dass unser Gesundheitssystem wieder gut wird. Dass Familien selber wieder entscheiden können, ob sie in Simbabwe bleiben wollen und nicht gezwungen sind, aus wirtschaftlichen Gründen ins Ausland zu gehen.

•    Was hat Dich besonders bewegt bei den Veranstaltungen zur Vorbereitung des Simbabwe- Weltgebetstags hier in Deutschland?
Ich habe viel Wertschätzung für mein Land erlebt.

•    Auf was freust Du Dich besonders beim WGT-Gottesdienst am 6.3.?

Auf die Lieder! Die meisten der Lieder kannte ich schon aus Simbabwe. Ich freue mich darauf, Lieder in meiner Muttersprache zu singen.

•    Wo wirst Du feiern?
In Spangenberg, wo ich zur Zeit wohne, zusammen mit meiner Kollegin Privileg, die ebenfalls aus Simbabwe als Botschafterin für den Weltgebetstag in Deutschland ist.

Vielen Dank für das Gespräch!

25.01.2020 Lore Raudonat, Referentin