Thema

Weltgebetstag der Frauen aus Simbabwe

am 6. März 2020

Wir danken allen Frauen sehr herzlich, die in den Gemeinden und Bezirken die Vorbereitung zum diesjährigen WGT engagiert und verantwortungsvoll getragen haben. In bewegenden Gottesdiensten waren wir weltweit mit Simbabwe verbunden. 
Mit Worten aus dem Titellied denken wir an alle, die unter der Corona Pandemie leiden: „Steh auf, steh auf, die Liebe gibt dir Halt, wo immer du auch bist.  Steh auf, steh auf, die Sehnsucht treibt dich an, wo immer du auch bist. Steh auf, steh auf, Versöhnung macht dich stark, wo immer du auch bist.“


Ihre
Lore Raudonat, Geschäftsführerin WGT AG
Petra Theodoridis, Vorsitzende WGT AG


Ein Gespräch mit Valencia über ihre Heimat Simbabwe in der Corona-Krise

Valencia ist in Bulawayo, Simbabwe geboren und aufgewachsen und hat dort Projektleitung studiert. Sie absolvierte ein soziales Jahr in der internationalen Jugendbegegnungsstätte Himmelsfels in der Nähe von Kassel und engagierte sich in der Vorbereitung zum diesjährigen Weltgebetstag.

EFW
: Beim Kinderkirch-WGT-Workshop im Januar haben Sie uns von Ihrem Heimatland Simbabwe erzählt. Voller Erwartung haben wir auf den 6. März geschaut. An vielen Orten war der Gottesdienst zum WGT vorläufig die letzte gemeinsame kirchliche Feier, dann kamen die Kontaktbeschränkungen durch das Coronavirus. Konnte der Gottesdienst bei Ihnen noch stattfinden?

Valencia: Ja, wir haben gemeinsam gefeiert und mit den Frauen in Simbabwe gesungen und gebetet. Es war ein sehr schöner Gottesdienst mit weit über fünfzig Besucherinnen.

EFW: Weltweit bedroht die Corona-Pandemie nicht nur die Gesundheit, sondern auch das soziale und gesellschaftliche Leben. Was hören Sie von Familie und Freunden aus Simbabwe?

Valencia: In Simbabwe gibt es meines Wissens nur 34 gemeldete Fälle von Covid - 19 und ganz wenig Todesfälle im direkten Zusammenhang damit. Die Leute wurden gebeten, in den vergangenen sieben Wochen zu Hause zu bleiben. Nur Personen, die in wesentlichen Diensten arbeiten, durften sich außerhalb ihrer Häuser aufhalten. Die Schulen waren seit Ende März geschlossen. Gleiches gilt für Kirchen und sogar an Bestattungen durften nur wenige teilnehmen. Die Grenzen zu den Nachbarländern sind ebenfalls geschlossen. Es gibt jedoch einzelne Flüge, insbesondere aus England. Ankommende Personen müssen bei der Ankunft getestet werden. Es gibt auch Orte, an denen sie sich 14 Tage lang selbst isolieren müssen. Die Straßen in Bulawayo werden regelmäßig besprüht.
Bekannte von mir, die im Krankenhaus arbeiten, erzählten, dass es kaum Testmaterial, keine Schutzausrüstung und Beatmungsgeräte gibt.

EFW: Seit Ende März gilt auch in Simbabwe wie in seinen Nachbarländern eine Ausgangssperre. Welche Auswirkungen haben die Auflagen auf das tägliche Leben?

Valencia: Die meisten Menschen haben keine feste Anstellung, sondern verkaufen Lebensmittel, Obst oder andere Dinge des täglichen Bedarfs auf der Straße, um zu überleben.Da diese Leute jetzt von der Ausgangssperre betroffen sind, ist es schwierig, ihre Familien zu versorgen. Die meisten Unternehmen sind auch klein und machen nicht viel Gewinn.
Dies wird keine guten Auswirkungen auf die Gesamtwirtschaft haben, da die Einschränkungen auch unseren Handel mit anderen Ländern betreffen. Wir werden die Realität sehen, wenn die Sperre vorbei ist, wie schlimm die Pandemie für unsere Wirtschaft war. Seit dem 1. Mai 2020 werden die Menschen aufgefordert, ihre Masken aufzusetzen. Branchen und Unternehmen öffnen von 8 bis 15 Uhr. Nur öffentliche Verkehrsmittel sind erlaubt und werden zweimal täglich desinfiziert. Private Taxis sind verboten.

EFW: Welche Unterstützungen finden die Menschen?

Valencia: Viele sind auf sich selbst gestellt. Sie sind gezwungen, ihre Vorräte zu essen und auch die geringen Ersparnisse auszugeben, die sie haben. Einheimische, die selbst genug haben und es sich leisten können, spenden für andere. Diese Spenden umfassen besonders Lebensmittel, auch Reinigungsmittel, Händedesinfektionsmittel und Masken.
Die Regierung forderte die Menschen außerdem auf, im April keine Mieten zu zahlen. Die Mieten können später bezahlt werden, wenn sich die Situation verbessert.
Die Regierung stellt auch Budgets für Unternehmen und Kleinunternehmen auf, damit diese Personen nach Beendigung der Sperrung wieder Geschäfte tätigen können.

EFW: Welche Rolle spielt die Familie und die kirchliche Gemeinschaft in der Krise?

Valencia: Familienunterstützung ist das, was die meisten Menschen emotional stabil hält. Die meisten Menschen bleiben in Kontakt, rufen an und sorgen dafür, dass es ihren Freunden und Kollegen gut geht, wenn sie Hilfe benötigen. Die Familien unterstützen auch ihre Mitglieder, die positiv getestet wurden. Die Kirchen machen meistens Online-Gottesdienste. Manchmal streamen sie live auf Facebook oder speichern die Videos auf You Tube. Einige Gruppen treffen sich auch auf der digitalen Plattform Zoom.

EFW: Wie erleben Sie diese Ausnahmesituation in Deutschland?

Valencia: In Deutschland bin ich seit dem 13. März 2020 gesperrt. Ich habe nicht viele Kontakte in Deutschland, daher betrifft die Sperre nur meinen Schulbesuch und ich gehe nur in die Kirche und in die Stadt. Wenn ich einkaufen gehe, benutze ich eine Maske und Handschuhe. Ich trage auch immer meinen Handsanitiser.

EFW: Haben Sie einen Tipp zur persönlichen Bewältigung der Krise? Oder ist sie vielleicht auch eine Chance?

Valencia: Lassen Sie uns weiterhin Oberflächen desinfizieren, unsere Hände desinfizieren und auch Masken tragen, wenn wir nach draußen gehen. Lassen Sie uns auch unser Immunsystem schützen, indem wir heiße Getränke trinken und Vitamin C einnehmen.
Ich telefoniere noch mehr als vorher mit meinen Freundinnen und Familie in Simbabwe. Ich habe ein neues Hobby entdeckt: das Nähen. In den letzten Wochen habe ich viel gelesen, geputzt, gespielt und getanzt. Zum Glück wohnen noch zwei Freiwillige mit mir zusammen.

EFW: Wir wünschen Ihnen weiterhin alles Gute!  Vielen Dank für das Gespräch!

Valencia: Sehr gerne!

(Lore Raudonat, Landesreferentin EFW/WGT 06.05.2020)
Mehr zum Thema:
https://www.brot-fuer-die-welt.de/blog/2020-corona-krise-in-simbabwe-bedroht-familien-betriebe/
https://www.evangelisch.de/inhalte/169154/22-04-2020/simbabwe-friert-wegen-corona-krise-lebensmittelpreise-ein  (Artikel vom 22.04.2020)

 

Liebe Frauen,

wir laden Sie herzlich ein, sich bei den Vorbereitungen auf den nächsten Weltgebetstag aus Simbabwe zu beteiligen. Die Möglichkeiten sind vielfältig, Ihre Fähigkeiten sind gefragt, der Weltgebetstag ist eine Basisbewegung und lebt von Ihrem Engagement.

Simbabwe im Süden Afrikas: Die Wirtschaft ist am Boden, es gibt Massenproteste gegen hohe Preise, 90 Prozent der Menschen sind ohne feste Arbeit. Alle Hoffnungen ruhten auf den Wahlen 2018 und scheinen nun bitter enttäuscht. Frauen und ihre Kinder leiden besonders unter der gegenwärtigen Situation. Traditionelle Rollenbilder haben eine hohe Bedeutung und Verbindlichkeit in Simbabwe, das führt häufig zu Abhängigkeiten.

Mitten in dieser Krise legen simbabwische Frauen den Bibeltext über die Begegnung Jesus mit dem Gelähmten am Teich Betesda (Joh 5, 2-9a) aus. Sie laden ein, das scheinbar Unmögliche zu wünschen und zu wagen: Schritte der Versöhnung und der Teilhabe zu gehen. „Steh auf und geh!“

Die Frauen aus Simbabwe laden uns ein, am ersten Freitag im März mit ihnen zu beten, zu glauben und zu hoffen:

Ökumenisch – weltweit – für Frauen.

Wir laden Sie herzlich ein zu unseren Vorbereitungsveranstaltungen und zum Gottesdienst am Freitag, dem 6. März 2020.


Ihre
Lore Raudonat, Geschäftsführerin WGT AG
Petra Theodoridis, Vorsitzende WGT AG

Veranstaltungen //

07.11.2020

WGT – REGIONALTAG 07.11.2020

VORBEREITUNG AUF DEN WELTGEBETSTAG VON VANUATU 2021

digitales Angebot

10.11.2020

WGT – REGIONALTAG 10.11.2020

VORBEREITUNG AUF DEN WELTGEBETSTAG VON VANUATU 2021

digitales Angebot

12.11.2020

WGT – REGIONALTAG 12.11.2020

VORBEREITUNG AUF DEN WELTGEBETSTAG VON VANUATU 2021

digitales Angebot

14.11.2020

WGT – REGIONALTAG 14.11.2020

VORBEREITUNG AUF DEN WELTGEBETSTAG VON VANUATU 2021

digitales Angebot

21.11.2020

WGT – REGIONALTAG 21.11.2020

Dieser Termin für den Regionaltag entfällt


15.01.2021

MUSIKWERKSTATT entfällt, dafür digitales Angebot

Weitere Infos zu einem späteren Zeitpunkt


22.01.2021

MUSIKWERKSTATT entfällt, dafür digitales Angebot

Weitere Info zu einem späteren Zeitpunkt


Kontakt //

Lore Raudonat, Referentin EFW und Geschäftsführerin WGT AG in Württemberg
Telefon 0711 22 93 63-225 oder -215
lore.raudonat(at)elk-wue.de

Petra Theodoridis, Vorsitzende der WGT AG,
Diözese Rottenburg Stuttgart, Fachbereich Frauen
Petra.Theodoridis(at)web.de

Referent*innenliste zu Simbabwe

Sie können bei uns eine Liste mit Referent*innen anfordern. Die Referent*innen nahmen entweder an einer WGT Studien- und Begegnungsreise nach Simbabwe teil oder sind seit vielen Jahren mit dem Land im südlichen Afrika vertraut. Sie finden auch Kontaktdaten von Theologinnen auf der Liste, die mit Ihnen dem Motto aus dem Johannesevangelium "Steh auf und geh!" in einer Bibelarbeit nachgehen.

Die Liste können Sie hier anfordern: Telefon 0711 229363-220, efw(at)elk-wue.de


Downloads Zusatzmaterial //

Übersicht Termine Vorbereitungen in den Bezirken //

Länderinformations-portal zu Simbabwe und Klimainformationsportal