Evangelische Frauen in Württemberg entsetzt über Entscheidung in Lettland
Die Evangelisch-Lutherische Kirche Lettlands hat auf ihrer Synode im Juni beschlossen, dass Frauen keine Pfarrerinnen mehr werden dürfen.
Nachdem über 80% der Kirchen im Lutherischen Weltbund die Frauenordination als Teil des Priestertums aller Getauften in ihr Kirchenverständnis aufgenommen haben, sind Tendenzen und Entscheidungen einer rückwärtsgewandten und Frauen diskriminierenden Kirchenpolitik im modernen demokratischen Europa als erschreckend zu betrachten. Die Entscheidung der lettischen Kirche wendet sich nicht nur gegen die bereits ordinierten Theologinnen, sondern auch gegen Frauen als Kirchenmitglieder und Kirchengemeinden als soziale Glaubensgemeinschaften, die in ihren Seelsorgemöglichkeiten, Wahl-, Entscheidungs- und Gestaltungsfreitheit damit klare Einschränkung erfahren. Solche Entscheidungen machen bewusst, wie wichtig es ist, im Rahmen offizieller kirchlich-diakonischer Begegnungen die Frage des Geschlechterverhältnisses zu berücksichtigen und zu thematisieren.
Die Evangelischen Frauen in Württemberg halten es für dringend geboten, auf der Ebene der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE) zu bewerten, welche Begründungszusammenhänge und Entscheidungsformen zu solchen Überlegungen und Entscheidungen führen.