Krankheit, Hass und Aggressionen: Was macht uns Angst?
Angst kann uns vor Gefahren warnen und uns in Stresssituationen besonders scharfsinnig machen. Aber Ängste und Sorgen beeinflussen uns auch, lähmen uns und machen uns kleiner als wir sind. Wir Frauen müssen einen gesunden Umgang mit unseren Ängsten finden.
Adventssitzung stimmt nachdenklich
In der gemeinsamen Fachausschusssitzung Verbände und Gemeinde am vergangenen Montag haben wir uns mit den Fragen rund um das Thema Angst beschäftigt. Angst kann unser Leben beeinflussen. Aber auch unsere Angst und unsere Wahrnehmung der Angst kann beeinflusst werden. Die Frage nach einer Relativierung unserer Ängste im Vergleich zu existentiellen Ängsten von Frauen in anderen Ländern beschäftigt uns. Einen Umgang mit unseren Ängsten und Sorgen zu finden, das ist für ein gutes Leben wichtig.
Deshalb beantworteten wir Frauen zunächst, was uns Angst macht. Krankheit, Arbeitslosigkeit und Sinnlosigkeit sind Ängste, die nicht neu sind. Dazu kommen aber auch Sorge vor der Spaltung der Gesellschaft, Angst vor den politischen Strömungen und die Gefährdung des sozialen Friedens. Diese Ängste sind Folgen der aktuellen Ereignisse. Die Zukunft kann ebenfalls Angst machen. Viele Fragen beschäftigen uns: kann ich meinen hilfsbedürftigen Menschen einmal beistehen? Bleibt der Zusammenhalt in der Familie bestehen? Am Ende ist eins klar: Angst ist ein schlechter Ratgeber.
Die Wahrnehmung unserer Ängste und die Ängste selbst werden aber auch von außen beeinflusst. Wahlergebnisse und Staatsführerinnen wie Erdogan, Putin, Trump, Assad und Le Penn machen Angst. Sorge macht Frauen auch der sprachliche „Vandalismus“, politische Kultur, die verroht und die Meinungsmache der Medien.
Eine Relativierung der stark gepushten Ängste können wir im Blick auf Andere finden. Wir stellen fest, dass wir auf hohem Niveau jammern. Andere Menschen haben existentielle Sorgen um das tägliche Brot. Unsere Ängste dagegen sind oft nur Angst vor Besitzverlust. Außerdem machen uns Beispiele von gelungenen Lösungen und überwundenen Probleme Mut.
Kraft schöpfen wir auch aus unserem Glauben. In der Angst vor alltäglichen Herausforderungen sollten wir auf die Zusagen der Bibel vertrauen. Das spüren Frauen besonders in Andachten, Gottesdiensten, Gemeinschaften und beim gemeinsamen Liedersingen. Das Miteinander der Christinnen und Christen gibt Zuversicht. Auch Gottes Zusage hilft gegen die Angst: ich darf loslassen, es gibt eine größere Dimension als meine und Mütter und Väter des Glaubens haben wie ich mit ihren Ängsten leben und wie sie soll ich meine Hoffnung und Zuversicht in Gott wurzeln lassen.