Migrantin, Versorgerin und Mutter
Weltgebetstag trifft Internationalen Frauentag
Am 8. März fand zum dritten Mal die erfolgreiche Kooperationsveranstaltung im Stuttgarter Rathaus zum Internationalen Frauentag statt. Mit der Frage nach Frauen in der Arbeitsmigration und den Folgen der Migration für die zurückgelassene Familie und Heimat beschäftigten sich an diesem Abend etwa 80 Frauen.
„Arbeitsmigration bewegt Frauen“, so lautete der Titel der Veranstaltung. Gründe für die Migration gibt es viele. Einen Grund erläuterte Frau Susana Kornahrens, selbst Migrantin von den Philippinen: „ In den Philippinen ist man mit 35 Jahren schon alt. Die Jobs bekommen die Jüngeren.“ Auch deshalb migrieren viele Frauen.
Rhocelle Anne Hagenlocher betonte, dass die Philippinen für ihren „Migrationsexport“ im Bereich der Carearbeit ebenso bekannt sei wie Deutschland für seine hochwertigen Produkte „made in Germany“. Das Phänomen sei so ausgeprägt, dass in manchen Wörterbüchern Philippinas stets als „domestic workers“ aufgeführt sind.
Aufschlussreich waren die Erfahrungen von Ruth Weckenmann von der Regionaldirektion Baden-Württemberg der Bundesagentur für Arbeit. Anhand von Statistiken aber auch persönlicher Berichte malte sie ein lebhaftes Bild von den Herausforderungen in Deutschland, die sich den ankommenden Frauen stellen. Sie sagte: „An der Migration verdienen sehr viele – aber nicht die, die hart arbeiten.“
Lebhaft wurde der Abend dank der Musikgruppe unter Dodie Belamala. Immer wieder sorgten sie für kleine Unterbrechungen und Atempausen. Insbesondere die Diskussionsrunde zum Ende hatte es in sich: mit Ruth Weckenmann, Dr. Lucimara Brait-Poplawski (AK Internationaler Frauengruppen), Susana Kornahrens und Rhocelle Anne Hagenlocher war das Podium gefüllt mit kompetenten Frauen. Ob sie aus eigener Erfahrung erzählten oder erlebte Fälle erläuterten – immer wurde deutlich, wie komplex die Zusammenhänge sind. Migration hat viele Push- und Pull-Faktoren: Da ist die Not der Familie als Push-Faktor, die Aussicht auf viel Geld im reichen Deutschland als Pull-Faktor und immer wieder auch Anwerbebemühungen in Bereichen des Fachkräftemangels.
Die Botschaft der Veranstaltung ist: Arbeitsmigration betrifft uns Frauen alle! Und dafür, dass diese fair wird, müssen wir alle etwas tun.
Bericht Saskia Ulmer, Evangelische Frauen in Württemberg