SWR Fernseh-Dokumentation am Karfreitag: "Das Weib soll schweigen"
Ein Film über das Leben der Straßburger Reformatorin Katharina Schütz-Zell (um 1497-1562)
Zur Handlung des Films
Am Vorabend der Reformation stehen die Geistlichen Straßburgs bei der Bevölkerung in keinem großen Ansehen und die Lehren der Reformation fallen auf fruchtbaren Boden. Katharina Schütz beschäftigt sich schon seit ihrer Jugend mit der „neuen Lehre“ und heiratet als erste Bürgersfrau einen Geistlichen: den Münsterprediger und Reformator Matthäus Zell. Der Film zeigt ihren großherzigen Einsatz in der Seelsorge, der
Armen- und Krankenpflege und ihr engagiertes Eintreten für die Verbreitung der reformatorischen Ideen. „Das Weib soll schweigen“ zeigt, dass die Reformation durchaus nicht nur Männersache war.
Der Film "Das Weib soll schweigen" wird am
Karfreitag, 14. April, ab 12:45 Uhr im SWR Fernsehen ausgestrahlt.
Ein Grafik-Team des SWR hat mit Zeichenhandwerk im Stil der „Alten Meister“ und digitaler Technik die Kulisse der Fernseh-Dokumentation „Das Weib soll schweigen“ geschaffen.
Die multimediale Hintergrund-Reportage „Weltenschöpfer“ erläutert die Entstehung der Produktion. Sie zeigt, wie das Team mit altem Zeichenhandwerk und digitaler Technik die Kulisse der Fernseh-Dokumentation erschaffen hat: <link http: multimedia.swr.de weltenschoepfer>
multimedia.swr.de/weltenschoepfer.
„Sonst zeichne ich schon auch, aber nicht in diesem ‚Alte Meister‘-Stil“, erklärt SWR-Grafikerin Melanie Müller. „Das ist etwas, das eigentlich selten gefordert ist bei mir. Ich hab das zwar früher gemacht, im Studium und nach dem Studium, aber jetzt hier beim SWR, also in der täglichen Arbeit, braucht man das nicht.“ Die Designerin ist eine von vielen Kolleginnen und Kollegen, die an der Realisation des Fernsehfilms „Das Weib soll schweigen – Die Reformatorin Katharina Schütz-Zell“ beteiligt waren.
Das SWR Fernsehen zeigt die Produktion im Rahmen des Schwerpunktjahres zum 500. Jubiläum der Reformation.
Orientierung im virtuellen Raum
Beim Dreh wurde auch der Schauspielerin Barbara Stoll – sie verkörpert Katharina Schütz-Zell – besonderes Vorstellungsvermögen abverlangt: Sie bewegte sich nur anhand vorgegebener Wegepunkte und Hinweisen der Kameraleute im Greenbox-Studio. Eine Kulisse oder etwas, das ein Schauspieler zum „Anspielen“ braucht, gab es nicht: Der Hintergrund wurde aus den Zeichnungen der Grafikerin erst am Computer zu einem dreidimensionalen Raum zusammengesetzt, in dem die Darstellerin agiert.
Dieser virtuelle Raum generierte sich dann für den Kameramann live: Er konnte die Szene im Gegensatz zur Schauspielerin, die nur „Grün“ sah, wie durch eine Virtual Reality-Brille komplett wahrnehmen und drehte Barbara Stoll direkt in der digitalen Kulisse.
Technik der Alten Meister ins digitale Zeitalter „übersetzt“ So lässt die Produktion „Das Weib soll schweigen – Die Reformatorin Katharina Schütz-Zell“ mit digitalen Zeichnungen, Originaltexten und dokumentarischen Episoden das Bild einer Frau erstehen, von der es kein authentisches Bildnis gibt. Die Erfahrungen und Kenntnisse der Grafikerin, die die Technik der „Alten Meister“ beherrscht, sind dabei von entscheidender Bedeutung.