Vorbemerkung

Die orthodoxe Kirche hat vor vielen Jahren die Idee umgesetzt, einen Tag der Schöpfung bzw. eine „Zeit der Schöpfung“ zu feiern. Die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK) hat 2010 beschlossen, die Schöpfungszeit einzuführen, die vom 1. September bis zum 4. Oktober dauert. Der 1. September ist der Beginn des orthodoxen Kirchenjahres, der 4. Oktober ist der Gedenktag des Franz von Assisi. 

Die Schöpfungszeit soll dem Gebet für die Bewahrung der Schöpfung gewidmet sein, „das den Lobpreis des Schöpfers und die Umkehr wegen des menschlichen Vergehens an der Schöpfung umfasst“, so hatte die ACK das Ziel auf ihrer Website erklärt.

Dass wir als Christinnen eine besondere Verantwortung haben die Schöpfung zu bewahren, ist uns allen klar. Umso wichtiger ist es, dies auch zu verankern in einem festen Tag oder in einem Zeitraum im Kirchenjahr.


Anregung

Wie wäre es daher, dies zum Anlass zu nehmen, eine Andacht und /oder einen Gottesdienst möglichst unter freiem Himmel gemeinsam mit anderen christlichen Kirchen zu feiern? 

Schauen Sie sich um nach christlichen Gemeinschaften oder Frauengruppen in der Gemeinde/Bezirk.

Und bereiten Sie gemeinsam einen Gottesdienst als Auftakt der Schöpfungszeit vor. 

Oder geben Sie diesem Thema Raum in ihren Gruppen, die sich in diesem Zeitraum treffen. 

Die Andacht zu Beginn kann sich dem Thema Schöpfung widmen.

Wir Menschen bringen die Schöpfung an den Rand der Erschöpfung. Nicht nur die jungen Menschen fordern eine Umkehr in unsrem Verhalten. Uns allen ist es ein großes Anliegen, unseren Teil dazu beizutragen, die Schöpfung zu bewahren. Dazu braucht es weiterhin konkrete Schritte, die wir im Alltag einüben. Unser Engagement für die Bewahrung der Schöpfung gemeinsam zu verstärken- das ist die Herausforderung, vor der wir alle stehen. 

Impuls
Das Motto für den diesjährigen Ökumenischen Tage der Schöpfung lautet „Damit Ströme lebendigen Wassers fließen“ Joh 7, 38
Dieses Jahr steht das Wasser als Gabe Gottes im Zentrum. Ohne Wasser gibt es kein Leben - es ist lebensspendend und Wassermangel ist eine der schlimmsten Gefahren aktuell. Um Wasser wird schon jetzt weltweit gekämpft.

Wasser ist Leben. Aber Wasser hat auch zerstörerische Kraft. Das mussten wir in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen aktuell erleben, wo viele Menschen bei Unwettern ihr Zuhause verloren. Viele Menschen starben bei dieser Katastrophe. Unreines Wasser durch menschliche Fahrlässigkeit kann krank machen. Für uns ist Wasser eine Selbstverständlichkeit. Aber es ist kostbar und eine Gabe Gottes. Dankbarkeit führt zu Verantwortung Wasser als lebensnotwendiges Gut für alle zu bewahren. Für uns heute und für die Generationen nach uns, „damit Ströme lebendigen Wassers fließen“ – wie es uns Gott in der Heiligen Schrift verheißt (Joh 7,38). 


Liedvorschläge
432, 1-3 Gott gab uns Atem, damit wir leben 

455, 1-3 Morgenlicht leuchtet

181,6 Laudate omnes gentes
Ökumenisch 324, 1-4, 7-9 Ich singe dir mit Herz und Mund

Gebet
Psalm 36

Lesungen:

1.Mose 2, 4b- 15

Psalm 104 

Segen
Schöpfer-Gott, segne unsere Augen, dass sie sehen

Die Kostbarkeiten der Schöpfung,

die Schönheit der Erde,

die Gefährdung des Lebens.

Schöpferin-Gott, segne unsere Ohren, dass sie hören

Das Seufzen der Schöpfung,

den Schrei der Erde 

das Rufen des Lebens.

Schöpferin-Gott, segne unsere Hände, dass sie handeln

Aus Liebe zur Schöpfung,

aus Verantwortung zur Erde,

aus Freude am Leben.

Schöpferin-Gott, segne unser Herz, dass es schlägt

Für die Bewahrung der Schöpfung,

für die Erhaltung der Erde,

für den Schutz des Lebens,

für dich.

Schöpfer-Gott, segne uns,

die du geschaffen hast,

mit deinem Segen,

mit dem Segen des Vaters und des Sohnes

und des Heiligen Geistes.

(Irmtraud Kobusch und Marie-Luise Langwald, Werkbuch Frauengottesdienste, 2017 Ostfildern)

Informationen, Gottesdienstheft und Material zur Schöpfungszeit 2021 finden Sie auf

www.oekumene-ack.de/themen/glaubenspraxis/oekumenischer-tag-der-schoepfung/2021/