Alle, die mir Gott gibt, werden zu mir kommen, und die zu mir Kommenden werde ich nicht hinauswerfen (Joh 6,37/BigS)

Ich werde nicht hinausgeworfen, sondern Gottes Tür bleibt für mich offen.

Gott gewährt mir Sicherheit im Sturm. Gott lässt mich teilhaben am Überfluss des Lebendigen.

Diese Erfahrung mache ich, wenn ich bei Jesus bin. Gott wird konkret. Ich darf kommen mit meinen Zweifeln und Fragen und meiner Not. 

Für Frauen mag das heißen: mit Scham und Beschämung, mit mangelnder Liebe zu sich selbst oder dem Vorwurf des Skandalösen, mit fehlendem Glauben oder meinen gefürchteten Gedanken, wenn ich nicht in die mir zugedachte Rolle passe. Mit allem kann ich zu Jesus kommen. Mit allem werde ich eine offene Tür finden.

Gott offenbart sich als Instanz, die nicht hinauswirft, nicht abweist, sich nicht abwendet. Gott ist anders als verletzende Alltagserfahrungen. Es ist die Vielfalt seiner Schöpfung, die Gott liebt und Willkommen heißt, unabhängig von Bildung, Herkunft, Geschlecht, Meinung oder anderen Kategorien. Bei Jesus sind das Leben und der Dienst am Lebendigen im Mittelpunkt. Die Erfahrung der Würde- oder Wertlosigkeit gibt es bei Gott nicht. Was für eine großartige, erlösende Botschaft!

Wenn ich mich in die Herausforderung der Nachfolge nehme, merke ich, wie groß Gottes Herz ist: Schaffe ich es, Menschen, dort, wo Gott sie mir vor die Füße legt, das Gefühl ihrer Würde zu vermitteln? Werde ich sie an meinem Überfluss teilhaben lassen? Werde ich Zufluchtsort sein, wo Menschen es in inneren und äußeren Stürmen brauchen?

Werden wir als Christ*innen miteinander Politik, Wirtschaft und Umwelt so gestalten, dass wir vorhandenen Überfluss gerecht verteilen? Sicherheit gewähren? Türen öffnen oder offenhalten? Werden wir die Not anderer Menschen sehen, um miteinander nach guten Lösungen für alle zu suchen? 

Auch mit diesen Fragen werde ich zu Jesus kommen und fragen: Wie machst du das? Wie hältst du uns aus? Wie kannst du mir helfen, in deiner Nachfolge zu leben und zu arbeiten? 

So wie du, Gott, uns Brot sein willst, geistliches und tagtägliches, so lass du mich in diesem Jahr auf den Teller legen und anbieten, was ich geben und teilen kann. Mach mich aufmerksam, halte mich achtsam und begleite uns alle durch dieses Jahr.

Vorschläge für eine Andacht:

Zu Beginn zum Anhören: 

A Women, Ellie Holcomb & Amy Grant, aus dem Album „Faithful“ 

Dieses Lied entstand auf einem Musikerinnenworkshop in den USA – wie die anderen Lieder dieses Albums auch. Sie verbinden Lebenserfahrung von Frauen heute mit den Erfahrungen biblischer Frauen, hier mit Maria Magdalena. Der englische Text ist im Video eingeblendet.

Hier eine Übertragung:

Ich könnte niemals darüber sprechen,
aber ich konnte nicht aufgeben,
als sie mich ketzerisch nannten.
Sie sagten, ich wäre zu gefährlich,
also blieb ich mit all den Frauen auf Abstand.

Aber als mein Name über Seine Lippen ging –
wie hätte ich still bleiben können?
Er schämt sich nicht,
sich mit mir an Seiner Seite zu zeigen

Ich habe den HERRN gesehen, von ihm werde ich sprechen
und niemand könnte mir das ausreden.
Ich habe den HERRN gesehen und mein HERR sah mich.
Oh, Er sagte meinen Namen und sprach:
„Geh und sprich von dem, was du gesehen hast.“.

Wie könnte ich nicht darüber sprechen,
dass Du nicht aufgegeben hast,
als sie Dich ketzerisch nannten?
Sie sagten, es war zu skandalös,
dass Du so nah zu mir gekommen bist,
aber Du hast es trotzdem getan.

Ich werde laufen und die Geschichte erzählen,
oh, das Wort blieb nicht begraben, sondern lebt.
Der Geist setzt Zungen in Brand!
Oh, der Himmel singt Gloria,
Bäume applaudieren, Felsen jubeln!
Und dann gibt es da noch mich, eine Frau.

Zum Ausgang:

Wenn das Brot, das wir teilen, als Rose blüht
Text und Noten zum Download: https://www.liederkiste.com/index.php?e=wenn-das-brot-wir-teilen&l=de 
Zum Anhören & Mitsingen mit Infos zum Lied: Wenn das Brot, das wir teilen, als Rose blüht (EG.E 28) - YouTube

Gebet:

Unser Gott,
zu Beginn des Jahres kommen wir zu dir wie es einst Maria Magdalena kam: mit unserer Not, unserer Sehnsucht nach Liebe, mit unserer Scham und mit erfahrenem Unrecht. Wir sehnen uns nach Deiner Erlösung und Nähe, nach Gnade und Barmherzigkeit.

Unser Gott,
zu Beginn des Jahres bitten wir dich um die Kraft, das Nötige zu tun, das Leid offenzulegen und Wohltuendes und Heilsames zu bringen, wo es gebraucht wird.

Unser Gott, gemeinsam gehen wir mit Dir in das neue Jahr.

Segne uns.
Segne uns und lass uns als Gesegnete Segen bringen.

Amen

Dina Maria Dierssen/Geschäftsführerin EFW