Andacht im Februar

Alle Schrift, von Gott eingegeben, ist nütze zur Lehre, zur Zurechtweisung, zur Besserung, zur Erziehung in der Gerechtigkeit.2. Tim 3,16 (Lutherbibel)

Veränderungen

Wandel gestalten oder mit sich geschehen lassen
Die ausgesuchte Bibelstelle ist nicht selbsterklärend.
Sie lautet: „Alle Schrift, von Gott eingegeben, ist nütze zur Lehre, zur Zurechtweisung, zur Besserung, zur Erziehung in der Gerechtigkeit.“
2. Tim. 3,16 (Lutherbibel)
Aha, denke ich da, und was mache ich nun damit?
Es hilft, den Hintergrund zu kennen. Paulus schreibt hier an Timotheus. Er macht ihm Mut und weist auf die Bibel als haltgebende Schrift für seine neue Aufgabe hin. Timotheus ist selbst jung und soll doch eine Gemeinde führen. Das ist anstrengend, er muss viel einbringen und ist doch selbst noch nicht sicher, wie das Gemeindeleben gelingen kann und wird.

Was gibt mir Sicherheit?

Auch wir Menschen und insbesondere wir Frauen stehen immer wieder vor neuen Situationen. Diese können sehr herausfordernd sein. Die Erwartungshaltung von anderen an uns ist groß. Unsere eigenen Erwartungen ebenso. Wir treten eine neue Stelle oder ein neues Amt an. Jetzt soll mit uns alles anders, alles besser werden!
Die Realität aber ist, dass es höchstens in kleinen Schritten Veränderung gibt. Wir kommen an unsere Grenzen, erleben auch Rückschläge. Das kennen wir Frauen besonders bei Fragen der Gleichstellung. Da müssen „dicke Bretter“ gebohrt werden. Es geht „einen Schritt vor und zwei zurück“. Der Erfolg? Er lässt auf sich warten.
Und uns kommen Selbstzweifel: Liegt es an mir? Bin ich die falsche Person an diesem Ort?
Was gibt mir jetzt neue Sicherheit?
Das können Kolleginnen sein, Weggefährtinnen und Glaubensschwestern. Also Menschen um mich herum, die mich verstehen und mir Mut machen.
Das kann aber auch die heilige Schrift sein. Die Bibel kennt sehr unterschiedliche Gefühlslagen. Viele Situationen haben die Frauen und Männer in der Bibel ganz ähnlich ebenfalls erlebt.
Timotheus kannte die Verunsicherung. Er kannte die Last der übergroßen Erwartungen. Und Paulus rät: vertraue auf die Schrift. Nutze sie! Gott ist deine Basis. Lass dir diese Gewissheit Sicherheit geben.

Veränderung gestalten

Mit dieser Gewissheit im Rücken können wir anders auf neue Situationen zugehen.
In Kirche und Gesellschaft verändert sich gerade vieles. Wir müssen liebgewonnene Gewohnheiten aufgeben. Wir müssen altgewohnte Formate und Strukturen loslassen.
Aber wir haben Gott und die Bibel mit ihren mutmachenden Geschichten als Basis. Auf dieser Grundlage ist Veränderung möglich. Wandel muss nicht Verlust bedeuten. Gestaltete Veränderung kann neue Lieblingsveranstaltungen hervorbringen. Sie kann inmitten des Gefühls von Bedrohung ein neues Gefühl der Gemeinschaft hervorrufen. Wenn wir uns auf unsere Basis besinnen, dann ist ein Neubeginn möglich. Mit Gott im Rücken können wir Veränderungen gelassen entgegensehen.
Wir wissen, wer wir sind und wofür wir da sein wollen. Deshalb wollen wir Frauen, auch wir EFW, Veränderung als Chance begreifen. Unsere Sicherheit sind die engagierten Frauen um uns herum und ganz besonders Gott. Auf dieser Basis können wir Wandel mitgestalten, statt ihm ausgeliefert zu sein. Was für ein Segen!

Lieder 

EG 362: "Ein feste Burg ist unser Gott" Evangelisches Gesangbuch (EG) 362 "Ein feste Burg ist unser Gott" (youtube.com)
EG 395: „Vertraut den neuen Wegen“
EG 361: „Befiehl du deine Wege“

Gebet

Immer wieder hält das Leben Herausforderungen für uns bereit. Auf viele Veränderungen sind wird nicht vorbereitet. Wandel empfinden wir oft als unerwünscht.
Wie bitten dich, du große Geistkraft, stärke uns und schenke uns Vertrauen in Zeiten der Veränderung.
In neuen Situationen stoßen wir an unsere Grenzen. Wir scheitern an dem Versuch, eigenen und fremden Ansprüchen gerecht zu werden.
Wir bitten dich, Gott, schenke uns Menschen an unserer Seite, die uns neuen Mut machen. Gib uns einen Blick auch für kleine Erfolge und Schritte in die richtige Richtung. Lass uns nachsichtig sein mit uns und mit anderen.

Amen

Leitfrage zur persönlichen Auseinandersetzung

Wie gehe ich auf neue Situationen zu?
Was war das Mutigste, das ich jemals getan habe?
Wer ist für mich da, wenn ich Unterstützung brauche?

Saskia Ulmer/Landesreferentin EFW