Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist. (Lukas 6,36) 

 

Barmherzigkeit erfahren ist etwas Wunderbares!

Beim ersten Hören klingt das Wort sperrig und fremd. Doch, wer Barmherzigkeit schon einmal erfahren hat, spürt Mitleiden, Wärme und Freude. Ja, fühlt etwas von Freisein und Getröstetwerden. 

Barmherzigsein erleben tut gut, heilt die Seele in einer unbarmherzigen Zeit: In der Leistung und Perfekt sein zählt. In der wir im Alltag spüren, wie zerbrechlich das Leben sein kann und es uns schwerfällt, Menschen in ihrem Anderssein zu akzeptieren.

Barmherzigsein geht über das Pflichtbewusstsein hinaus

Gerade dieses erwartet Jesus von seinen Nachfolger*innen. „Vergebt, so wird euch auch vergeben“, oder „… richtet nicht, damit ihr auch nicht gerichtet werdet“ (V37). Harte Worte. Doch auch typisch für Jesus mit seiner klaren Unerbittlichkeit. Zur Liebe gibt es für ihn keine Alternative. Diese Liebe kann alles überwinden.

Für mich zeigt sich hierin auch die weibliche, mütterliche Seite Gottes. Wie sehr ein Kind die Mutter nerven mag, am Ende liebt sie es doch.

Barmherzigsein zu Freunden, lieben und sympathischen Menschen, ihnen zu vergeben oder gnädig zu sein ist schon nicht immer einfach. Aber von uns erwartet er sogar, auch den unsympathischen, den feindlich gesinnten Menschen mit herzlicher Wärme, großmütig, selbstlos, gnädig und barmherzig zu begegnen. Diese Anforderung gilt auch uns selbst gegenüber.

Vom Barmherzigsein leben wir

„Wie ihr wollt, dass euch die Leute tun sollen, so tut ihnen auch!“ (LK 6,31)

Mit der Barmherzigkeit verhält es sich wie mit der Nächstenliebe: Wer mit sich selbst barmherzig umgeht, kann auch anderen gegenüber barmherzig sein.

Mit Jesus ist die Liebe Gottes zu uns Menschen in die Welt gekommen. In Christus, dem Erstgeborenen und Auferstandenen, hat Gott uns seine Barmherzigkeit erwiesen. Diese Erfahrung befähigt uns, es ihm gleich zu tun. Lukas hinterlässt uns in Kap. 6 eine lange Beispielliste für Möglichkeiten, uns selbst und anderen gegenüber barmherzig zu sein.

Mögen wir im Jahr 2021 Gottes Barmherzigkeit erfahren und weitergeben.

 

Zum Weiterdenken: 

Wann habe ich schon Barmherzigkeit erfahren?

Was kann ich aus dieser Erfahrung weitergeben?

 

 

Lust zum weiter Schmökern:

 

Beispielliste für Nächsten- und Feindesliebe, zu finden im Lukas-Evangelium Kap. 6.

 

„7 Werke der Barmherzigkeit der Diakonie“ - Eine Anregung für die Auseinandersetzung in einer Gruppe: https://www.diakoniekolleg.de/fileadmin/user_upload/_imported/Diakonie.Kolleg/diakoniekolleg_upload/dateien/Willkommenstage/Ursel_Die_7_Werke_der_Barmherzigkeit_Bibel_aktuell_153.pdf

 

 „Die sieben Werke der Barmherzigkeit“, Dokumentar-Film 2017, Laufzeit: 18 Minuten, empfohlen: ab 12 Jahren, auch Online über Ökumenischer Medienladen Stuttgart: www.medienzentralen.de/medium41951

 

Passende Lieder finden Sie hier: 

Zu Beginn: EG 638, Wo ein Mensch Vertrauen gibt

Am Ende: EG 651, Selig seid ihr

Weitere Lieder:

EG 540, Stern über Bethlehem

EG 608, Vergiss nicht zu danken dem ewigen Gott 

 

Gütiger Gott,

danke für Deine Barmherzigkeit, die ich immer wieder neu erfahren darf. Schenke mir die Liebe, Großmut und Gabe barmherzig auch gegenüber jenen zu sein, die verletzend, unfair und ungerecht sind.

Amen.

 

Sylvia Dieter, Landesreferentin EFW