Andacht im Januar 2026

Christus spricht: „Siehe, ich mache alles neu.“
Offenbarung 21. 5

Andacht

Ich habe einen Traum: An einem Tisch sitzen unterschiedlichste Menschen und teilen was sie haben: Nahrung, Musik, Geschichten, Sorgen und Trauer. Alle Menschen begegnen sich mit Respekt. Kinder gehen zur Schule und nicht zum Arbeiten in Mienen oder auf Plantagen. Junge Frauen gehen ohne Angst allein feiern und später im Dunkeln auch allein nach Hause. Aus der offenen Tür einer Kirche dringen Licht, Musik und Lachen nach draußen.  Menschen, die gegeneinander gekämpft haben, reichen sich die Hand und gehen ein Stück des Wegs gemeinsam.

Es gibt zurzeit so viele Situationen, die so verfahren sind, die so aussichtslos scheinen, dass mich nur noch diese Verheißung Gottes „Siehe, ich mache alles neu.“ trösten und mir Hoffnung schenken kann.

Dieser Satz stammt aus der Offenbarung – einem Buch voller Bilder, die von Bedrängnis, aber auch von Hoffnung erzählen. Es entstand in einer Zeit, in der es wenig gab, das den Menschen Hoffnung machte. Das Land Israel war verwüstet; Jerusalem dem Erdboden gleichgemacht, der Tempel zerstört, Menschen an Leib und Seele verletzt. Es herrschte Hunger, Zölle und Steuern machten den Menschen das Leben schwer. Gewalt und Machtmissbrauch waren an der Tagesordnung.

Da hinein leuchtet die Vision eines radikalen Neuanfangs.

Ich spüre in diesen Worten eine widerständige Hoffnung, eine subversive Sehnsucht und trotzigen Mut: Die gewalttätige Herrschaft der römischen Besatzung mit dem ganzen Leid und Unheil, das die Menschen dadurch erleiden, wird vergehen und Gott schenkt einen Neuanfang. Gott schafft einen neuen Himmel und eine neue Erde auf der die Menschen ohne Schmerz und Geschrei miteinander in Liebe, Gerechtigkeit und Frieden leben.

Was für ein tröstlicher Gedanke: Gott selbst wird alles neu machen. Und wie viel Mut und Zuversicht weckt diese Verheißung. Weil ich darauf vertraue, dass Gott alles neu machen wird, werde ich weder die Hände in den Schoß legen noch, verzweifelt resignieren. Diese Vision treibt mich voran, lockt mich, nach Spuren dieser neuen Welt im Hier und Heute zu suchen. Sie schenkt mir die Kraft da, wo es mir möglich ist, selbst Spuren der Hoffnung zu legen.

Wo wir das Spiel um Macht und Durchsetzung unserer Interessen nicht mitspielen, wo wir anderen mit Liebe und Offenheit begegnen, da wird etwas von dieser neuen Welt sichtbar. Eine andere Welt ist nicht nur möglich, Gott selbst schafft diese neue Welt. Mit dieser Verheißung als Kompass im Herzen können wir schon heute einen Unterschied machen und einen Vorgeschmack auf diesen radikalen Neubeginn erleben.

Gebet

Gott,

wir sehnen uns so sehr danach,
dass Frieden einkehrt in unsere Welt und unser Herz,
dass in unserem Miteinander
Gerechtigkeit und Solidarität spürbar werden
dass Wunden heilen
und Traumata zur Ruhe kommen

Gott, du machst alles neu.
Wo wir müde sind, gib uns neue Kraft.
Wo wir resignieren, schenke neue Hoffnung.
Mach uns zu Botinnen und Boten Deiner neuen Welt
Lass uns heute leben aus der Zukunft, die du verheißen hast.
Amen.

Lieder

Es kommt die Zeit (NL 37)
Vorbei sind die Tränen (NL 207)
Wir haben Gottes Spuren festgestellt (EG 656)

Leitfragen zur persönlichen Auseinandersetzung

  • Wo wünsche ich mir, dass etwas neu wird?
  • Wo entdecke ich Spuren eines Neuangangs?
  • Was kann ich tun, damit etwas von diesem Neuen schon heute Wirklichkeit wird?

Weitere Anregungen zur Weiterarbeit

Einen interessanten Podcast zur Jahreslosung finden Sie unter Jahreslosung 2026: «Gott spricht: Siehe, ich mache alles neu» | RefLab
Und eine Arbeitshilfe zum Download gibt´s hier: Jahreslosung 2026 - Gott spricht: Siehe, ich mache alles neu

 

Karin Pöhler, Landesfrauenpfarrerin