Andacht zu Pfingsten

Mir fehlen die Worte

Offenbar fehlen mir die Worte. Die richtigen Worte. Dabei ist mir meine Sache so klar. Mein Anliegen, meine Begeisterung musst Du doch einfach spüren?! Aber Du schaust mich mit diesem großen Fragezeichen im Gesicht an. Mit Unverständnis, ja mehr noch, genervt. Sicher denkst Du: Von was redet sie überhaupt? Oder Du denkst: was will Sie denn jetzt schon wieder?

Oder vielleicht denke auch nur ich, dass Du denkst, von was redet sie überhaupt? Oder sogar, was will die denn jetzt schon wieder? Aber verstehen tust Du mich nicht, das habe ich schon gemerkt.

Ich versuche es noch einmal. Wiederhole, was ich gesagt habe. Wiederhole es etwas anders. Wieso kapierst Du es nicht? Ist ja auch nicht das erste Mal, dass ich das sage! Hör mir doch mal zu. Das hatte ich Dir eigentlich schon gesagt. Ich wiederhole, genervt. Missverständnis. Zündstoff, laute Stimmen, Streit.

Offenbar fehlen mir die Worte, die richtigen. Die Dein Ohr erreichen. Die Dir bis ins Herz reichen. Frust auf beiden Seiten. Fronten bauen sich wie Mauern auf, die den Schall unserer Worte schlucken.

Meine Botschaft kommt nicht an

Das kennen wir. So leicht reden wir aneinander vorbei. Missverstehen ist einfach.
Wir können nicht nicht-Kommunizieren, sagt der Kommunikationswissenschaftler Paul Watzlawik. Anstrengender Gedanke. Jede Pause im Gespräch, jedes Wort, gesagt oder ungesagt, immer sende ich eine Botschaft aus, immer kommt eine Botschaft bei meinem Gegenüber an. Leider ist die Botschaft die ich sende, nicht immer die gleiche, die auch bei meinem Gegenüber ankommt. Meine Botschaft kommt nicht an.

Und plötzlich

…wie ein Wunder, ein Moment des Verstehens. Ein Funke, ein Rauschen. Wie ein Feuer.

Ich finde die richtigen Worte für Dich in mir. Die Botschaft, die ich sende, kommt an.
Ich merke: Du verstehst mich. Du hast Verständnis für mich. Dein Gesicht lächelt, Deine Augen schauen mich freundlich an. Meine Botschaft ist angekommen. Sie erreicht Dein Ohr, sie reicht Dir bis ins Herz.
Ich spreche Deine Sprache - und Du die meine. Das Pfingstwunder: Der Heilige Geist ist da.

Leitfragen zur persönlichen Auseinandersetzung

Hatte ich selbst schon so ein Erlebnis des plötzlichen Verstehens? Wann war das? Wie kann ich den heiligen Geist des gegenseitigen Verständnisses in mein Leben lassen? Wie kann ich diese Flamme entzünden?

Weitere Anregungen

In die Mitte vom Tisch eine große Kerze stellen. Nach dem Andachtstext anzünden, dann die Leitfragen vorlesen.

Lieder

Der Geist von Gott weht wie der Wind (EG 556)

oder

Sende dein Licht und deine Wahrheit, Kanon (EG 172)

Gebet

 

Gott,
wo Du Deinen heiligen Geist sendest,
da ist Verständnis zwischen uns.
Da finde ich die Worte, die mein Gegenüber versteht.
Da findet mein Gegenüber die Worte, die ich verstehe.

Wir bitten Dich, erfülle uns und unsere Welt mit Deinem heiligen Geist,
denn wo Verständnis ist, da kann die Liebe wachsen,
und deine Botschaft kann uns befreien.

Amen

Maren Dechant, Landesreferentin EFW

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