Evangelische Frauen fordern mehr Engagement gegen Gewalt gegen Frauen

Frauenpolitisches Podium zur Landtagswahl

Stuttgart – Bei einem Expertinnengespräch mit den Fraktionssprecher*innen zur Frauen- und Sozialpolitik platzierten die Evangelischen Frauen (EFW) ihre Forderungen für die nächste Legislaturperiode. An der Videokonferenz haben 40 Fachfrauen aus kirchlichen und diakonischen Trägern beider Landesteile teilgenommen. Rede und Antwort standen die Abgeordneten des Landtags: Dorothea Wehinger (Bündnis 90/Die Grünen), Claudia Martin (CDU), Sabine Wölfle (SPD)  und Jochen Haußmann (FDP).

Gewalt gegen Frauen hat in der Coronazeit neue Brisanz gewonnen. Seit Jahren fehlt es an sicherer Finanzierung für kirchliche Fachberatungsstellen. Eine Forderung der EFW ist deshalb, dass die Bera-tungsstellen in Zukunft vom Land Baden-Württemberg sockelfinanziert werden. Auch die Plätze in den Frauenhäusern müssen laut EFW aufgestockt und die Betreuung der Frauen nach ihrem Aufenthalt in den Frauenhäusern verbessert werden. Auch sei Baden-Württemberg dazu verpflichtet, die sogenannte „Istanbul-Konvention“ noch konsequenter umzusetzen. Dieser Vertrag, 2014 vom Europarat ratifiziert, verpflichtet Mitgliedstaaten und Bundesländer solide Strukturen für Gewaltprävention und -schutz aufzubauen,

Die Corona-Pandemie macht zudem deutlich, dass Frauen besonders unter einer schlechten Vereinbarkeit von Familie und Beruf leiden. Hier fordern die EFW flexible und individuelle Betreuungsmodelle im Elementarbereich, insbesondere für Alleinerziehende. Auch sei es wichtig, dass Arbeitgeber noch stärker auf die Belange von Eltern eingehen, zum Beispiel durch flexible Arbeitszeitmodelle.

Soziale Berufe sind im vergangenen Jahr besonders in den Fokus gerückt. Pflege, Erziehung und Hauswirtschaft wurden in ihrer Bedeutung sichtbarer denn je. Die Expertinnen aus den Verbänden fordern, soziale Berufe weiterhin aufzuwerten, unter anderem durch eine bessere Bezahlung und mehr Aufstiegsmöglichkeiten. Insbesondere das Innovations- und Kompetenzzentrum Hauswirtschaft Baden-Württemberg muss über 2021 hinaus finanziert und weiterentwickelt werden.

 

Die Evangelischen Frauen zogen eine positive Bilanz aus dem Gespräch und dankten den Vetreter*innen der Fraktionen: „Es ist sichtbar und richtig, dass Frauenthemen auch durch die Coronakrise mehr in den Fokus der Landespolitik rücken.“

Bild: Videokonferenz der EFW zur Frauenpolitik