Helfen Sie mit: Frauen in Kongo sollen ohne Angst und Gewalt leben

Start der Kongo-Kampagne zum Welttag gegen Gewalt an Frauen – Unterstützer*innen gesucht

Start der Kongo-Kampagne zum Welttag gegen Gewalt an Frauen – Unterstützer*innen gesucht.
Schluss mit Vergewaltigung als Kriegswaffe im Kongo.

Tübingen. Im Osten der Demokratischen Republik Kongo (DRC) wird sexualisierte Gewalt gezielt und nahezu straffrei als Kriegswaffe eingesetzt. Vergewaltigung als Kriegswaffe hat nicht nur physische und psychische Folgen für die betroffenen Frauen und Mädchen. Durch sie wird der soziale Zusammenhalt von Familien und Gesellschaft strategisch zerstört. Die Täter sind Milizengruppen wie auch Soldaten der kongolesischen Armee. Sie verfolgen das Ziel, die ansässige Bevölkerung zu demoralisieren, einzuschüchtern und schließlich Kontrolle über die Gebiete zu gewinnen. Bei den bewaffneten Auseinandersetzungen werden oftmals ganze Dörfer vertrieben und die ökonomischen Grundlagen der Bevölkerung vernichtet. Die Gründe hierfür sind vielfältig und komplex, es geht u. a. um Zugang zu Land, Abbau gewinnbringender Rohstoffe, Misstrauen zwischen Bevölkerungsgruppen und Militarisierung.
Am 25. November 2020, anlässlich des Internationalen Tags zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen, startet deshalb „Die Kongo-Kampagne“ und ruft zur Unterstützung auf.
Wir tragen Verantwortung.


Rohstoffe aus dem Ostkongo wie Coltan oder Kobalt, die oft durch Kinderarbeit in unsicheren Minen gewonnen werden, werden u. a. für die Produktion von Mobiltelefonen und Batterien genutzt – Produkte, die für Digitalisierung und Elektromobilität gebraucht werden. Internationale Unternehmen profitieren von der unhaltbaren Menschenrechtslage. „Elektromobilität und Digitalisierung dürfen niemals auf Kinderarbeit, Vergewaltigung und Verbrechen gegen die Menschlichkeit aufbauen. Wir stehen in der Schuld dieser Frauen. Wir müssen die Überlebenden jedweder Gewalt gegen Frauen in bewaffneten Konflikten endlich ernst nehmen“, so der Friedensnobelpreisträger Dr. Denis Mukwege. Dazu gehört auch, einen ganzheitlichen Prozess der Genesung und Rechtsprechung und die Umsetzung von Frauenrechten in der DRC zu unterstützen. Der Gynäkologe und Menschenrechtsaktivist behandelt seit 20 Jahren Frauen, die sexualisierte Gewalt überlebt haben.


Unterschreiben gegen Straffreiheit, für Wiedergutmachung und faire Rohstoffe. Jede*r kann mitmachen.
Für ein Ende der Gewalt gegen Frauen und Mädchen in der DR Kongo fordert die Kongo-Kampagne gemeinsam mit Denis Mukwege die deutsche Bundesregierung und die Europäische Kommission auf, sich für die Beseitigung der Straflosigkeit der Täter und damit für ein international anerkanntes und unabhängiges Justizverfahren einzusetzen, das Menschenrechtsverletzungen und Kriegsverbrechen in der Demokratischen Republik Kongo verfolgt. Weiter wird die Bundesregierung aufgefordert, deutsche Unternehmen zur Wahrung der Menschenrechte in ihrer Rohstoffbeschaffung und dem Handel zu verpflichten.


Unter www.die-kongo-kampagne.de kann man einfach seine Stimme für die Forderungen abgeben. Hier stehen auch weitere Informationen und künftig aktuelle Nachrichten und Materialien zur Verfügung. Je mehr Menschen bei der Kongo-Kampagne mitmachen, desto mehr Handlungsdruck erfährt die Politik, Schritte zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen in der DR Kongo in die Tat umzusetzen.

Über die Kongo-Kampagne
Die Kongo-Kampagne ist ein Bündnis aus zivilgesellschaftlichen Organisationen mit einem gemeinsam angestrebten Zukunftsbild: Frauen und Kinder im Kongo sollen mit ihren Familien ein selbstbestimmtes Leben in Frieden, ohne Angst, ohne Gewalt oder sexualisierte Gewalt führen können. Als wichtige Schritte auf diesem Weg müssen die Kultur der Straflosigkeit durchbrochen und Menschenrechtsverletzungen als Verbrechen durch unabhängige Gerichte verfolgt werden. Darüber hinaus sehen wir die Bundesrepublik Deutschland und die Europäische Union als Nutznießerinnen kongolesischer Konfliktrohstoffe in der Verantwortung – und auch uns selbst als Verbraucher*innen –, für eine Wirtschaft einzustehen, die im Einklang mit den Menschenrechten steht. Dazu gehören das Recht auf Gesundheit, körperliche Unversehrtheit, Zugang zum Recht und Sicherheit der Person. Zur Achtung, Förderung und zum Schutz dieser Rechte hat sich die Weltgemeinschaft in verschiedenen Konventionen verpflichtet und diese Verpflichtung immer wieder bekräftigt. Diese Verpflichtung gilt allen Menschen gegenüber – auch den Frauen und Kindern im Ostkongo!


Die Kongo-Kampagne wird gefördert von Brot für die Welt, Difäm Weltweit, der Hauptabteilung Weltkirche der Diözese Rottenburg-Stuttgart, der Evangelischen Landeskirche in Württemberg und dem Katholischen Fonds. Weitere unterstützende Organisationen und Gruppen sind International Justice Mission Deutschland und Micha Deutschland.

 

Für Rückfragen

Susan Pusunc-Meier
Lobby- und Kampagnenarbeit
Difäm – Deutsches Institut für Ärztliche Mission e. V.             
Träger der Tropenklinik Paul-Lechler-Krankenhaus

Mohlstraße 26                                                               
D-72074 Tübingen
Tel: 07071/704 9023                                                      
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