Weltgebetstag trifft Frauentag - Rückblick Veranstaltung am 8.3.

Frauenrechte bewahren - verteidigen - stärken

Über hundert Frauen sind am 8. März ins Stuttgarter Rathaus gekommen um gemeinsam den Weltfrauentag zu feiern. Sonja Lokar, Aktivistin aus Slowenien, ist seit Jahrzehnten eine Verfechterin für Frauenrechte und begeisterte alle mit ihrem Vortrag. Die Musikerinnen von „Three Times a Lady“ sorgten für beste Feststimmung im Großen Sitzungssaal.

Zum sechsten Mal lud die Württembergische Arbeitsgemeinschaft christlicher Frauen für den Weltgebetstag, die Evangelischen Frauen in Württemberg gemeinsam mit der Stabsstelle Individuelle Chancengleichheit für Frauen und Männer am Internationalen Frauentag zu einem Festabend ins Stuttgarter Rathaus ein. Frauensolidarität in säkularen und kirchlichen Basisbewegungen stand im Mittelpunkt.

In diesem Jahr blickten wir auf Frauenrechte in Slowenien und bei uns. Allerorten sind sie gefährdet und wollen verteidigt und gestärkt werden.
Frauen feiern in diesen Tagen große Jubiläen: 100 Jahre Frauenwahlrecht und 100 Jahre Evangelische Frauenarbeit in Württemberg. Der Weltgebetstag der Frauen wurde dieses Jahr in Deutschland zum 70sten Mal gefeiert, als internationale Bewegung wird er in wenigen Jahren ebenfalls 100 Jahre alt. Seine Anfänge reichen bis ins ausgehende 19. Jahrhundert zurück. Diese Basisbewegungen haben gemeinsame Wurzeln. Frauen forderten Teilhabe ein. Frauen aus allen Milieus, aus dem Bürgertum, in der Kirche, Fabrikarbeiterinnen, sie alle kämpften für ihre Rechte. Und sie haben viel erreicht.
Die Jubiläumsfeier zum Frauenwahlrecht passte in diesem Jahr gut zum Weltgebetstag, denn „Kommt, alles ist bereit!“ lautete sein Titel. Das klingt nach einer Einladung, nach einem gedeckten Tisch, nach einem gemeinsamen Fest.

Doch ließ sich das Motto auch dahingehend interpretieren: „Kommt, die Voraussetzungen sind geschaffen, Gleichberechtigung ist festgeschrieben im Grundgesetz, kommt und beteiligt euch, nehmt euer Recht in Anspruch! Ihr gehört alle mit an diesen Tisch! Alle Frauen weltweit gehören mit an diesen Tisch. Niemand soll ausgeschlossen sein.“

Der Weltgebetstag in Deutschland unterstützt deshalb Jahr für Jahr mit den Kollekten- und Spendengeldern weltweit etwa 100 Projekte, in denen Frauen und Mädchen Förderung und Unterstützung, Empowerment erfahren. Sei es durch rechtliche Beratung der Angehörigen von gewaltsam Verschwundenen in Kolumbien, oder Schulunterricht und psychologische Betreuung für syrische Mädchen im Libanon - um nur zwei Beispiele zu nennen.

Christliche Frauen in Slowenien hatten die Texte für die Feier am vergangenen, ersten Freitag im März geschrieben. Sie gaben Frauen aus ihrem Land eine Stimme:
• Jungen Frauen, die Beruf und Familie unter einen Hut bringen müssen
• Alten Frauen, von deren Rente oft die ganze Familie lebt, wenn ihre Söhne oder Töchter ohne Arbeit sind
• Frauen, die als Arbeitsmigrantinnen im Ausland gelebt haben
• Frauen, die unter Alkoholmissbrauch und Gewalt in ihren Familien leiden
• Frauen, für die Gleichberechtigung selbstverständlich geworden ist, und Frauen, die gegen Tradition und Rollenmuster ankämpfen müssen.

Sonja Lokar, Mitglied der politischen Frauenvereinigung „Women´s Lobby Slovenia“, ist weltweit aktiv, als politische Analystin, Feministin, Frauenrechtlerin und Genderexpertin. Sie hätte auf verschiedenen einschlägigen Veranstaltungen zum 8. März in Slowenien sprechen können, wollte aber die Einladung nach Stuttgart annehmen, sagte sie, da sie von unserem Konzept der Zusammenarbeit beeindruckt war.
„Solidarität ist kein moralisches Maß, sondern eine Notwendigkeit“ – mit diesem Zitat von ihr lässt sich die Quintessenz ihres Vortrages beschreiben.

Den Vortrag von Sonja Lokar finden Sie hier zum Download.

Lore Raudonat, 11.03.2019